300 Millionen in Zuschüssen, 79 Millionen Schulden: Milliardärs Solar-Imperium stürzt ab

Das australische Solarunternehmen Vast Renewables ist Mitte November insolvent gegangen. Wie das australische Wirtschaftsportal „Courier Mail“ berichtet, gehört der Konzern zur milliardenschweren Kahlbetzer-Familie, die die Firma 2009 gegründet hat. Trotz staatlicher Zuschüsse und Krediten von mehr als 300 Millionen australischen Dollar weist Vast nun Schulden von über 79 Millionen Dollar auf, zusätzlich fehlen rund 2,5 Millionen Dollar für ausstehende Gehälter.

Kostenexplosion bei Großprojekt

Vast Renewables wurde von der Kahlbetzer-Familie aufgebaut, einer der vermögendsten Unternehmerdynastien Australiens. Trotz dieser finanziellen Rückendeckung geriet das Solarunternehmen laut „Courier Mail“ tief in die Verlustzone. Hauptgrund war das Solarthermie-Projekt VS1 in Port Augusta, dessen Kosten von geplanten 200 auf bis zu 390 Millionen Dollar stiegen. Vast räumt ein, stark von staatlichen Fördermitteln abhängig gewesen zu sein.

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Vast Renewables steht vor hohen Schulden und ungewisser Zukunft. IMAGO

Neben VS1 war das Unternehmen an mehreren geförderten Projekten beteiligt, etwa im Bereich grüner Kraftstoffe. Wie „Courier Mail“ weiter berichtet, verteuerten sich viele dieser Vorhaben deutlich, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastete.

Möglicher Verkauf des Unternehmens

Den eingesetzten Administratoren liegt ein Verkaufs- und Rettungsvorschlag vor, der zumindest Teile von Vast erhalten könnte. Ob Vast weiterbestehen kann, soll sich am 18. Dezember entscheiden, wenn die Gläubiger über den Verkaufsplan abstimmen. Wird er abgelehnt, droht die Liquidation – und das Aus für mehrere erneuerbare Großprojekte in Australien.

Deutschlands Ökostrom-Rekord zeigt Chancen – und die Grenzen der Energiewende

Während in Australien Solar-Großprojekte ins Stocken geraten, zeigt ein Blick nach Deutschland, wie dynamisch sich der Ausbau erneuerbarer Energien entwickeln kann. Hierzulande erreichte der Anteil von Wind und Sonne an der Stromproduktion zuletzt ein neues Rekordniveau, doch trotz des Ökostrom-Booms bleiben Versorgungslücken bestehen. Warum selbst Höchststände bei Wind- und Solarenergie nicht ausreichen – und weshalb neue Gaskraftwerke geplant sind – zeigt ein aktueller Bericht.