Der FC Bayern München macht den nächsten Schritt Richtung Champions-League-Achtelfinale – trotz einer bitteren Kimmich-Premiere gegen Sporting Lissabon.
München – Die direkte Qualifikation fürs Champions-League-Achtelfinale hat der FC Bayern fest im Blick. Nach der 1:3-Niederlage beim FC Arsenal unterstrich der deutsche Rekordmeister einmal mehr seine herausragende Form in der Königsklasse und feierte am Donnerstagabend trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands einen souveränen Erfolg gegen Sporting Lissabon. Dank des 3:1-Sieges sammelten die Münchner bereits zwei Spieltage vor Schluss so viele Punkte in der Liga-Phase wie in der Vorsaison.
15 Zähler stehen bislang zur Buche, in der Premieren-Saison des neuen Königsklassen-Modus hatte ein Punkt mehr bereits für einen Platz unter den ersten Acht und somit für die direkt Achtelfinal-Qualifikation gereicht. Bei Duellen gegen Union Saint-Gilloise (21. Januar 2026, 21 Uhr) und bei der PSV Eindhoven (28. Januar 2026, 21 Uhr) scheint diese nur noch Formsache zu sein.
Nach über 600 Profispielen: Joshua Kimmich mit erstem Eigentor
Da war es kein Wunder, dass in den Katakomben der Allianz-Arena beste Stimmung herrschte; der deutsche Rekordmeister ist in jedem Wettbewerb voll auf Kurs. Diese war auch Joshua Kimmich anzumerken – obwohl er in den 90 Minuten zuvor eine bittere Premiere erlebte. Selbst bewusst war sie dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft allerdings nicht.
„Habe ich noch nie ein Eigentor gemacht? Echt?“, musste der 30-Jährige angesprochen auf seine missglückte Rettungstat beim Stand von 0:0 nachfragen. „War mir gar nicht so bewusst, mir fällt aber auch nichts ein.“ Bei einer der wenigen gefährlichen Umschaltaktionen der Iberer hatte Kimmich eine scharfe Hereingabe vor dem hinter ihm lauernden spanischen Rechtsverteidiger Iván Fresneda klären wollen, lenkte den Ball jedoch unglücklich ins eigene Tor.
Und wie fühlt sich das erste Eigentor nach über 600 Profispielen an? „Fühlt sich nie geil an“, schmunzelte Kimmich und erzählte weiter: „Man merkt schon bei der Berührung, der könnte gefährlich werden und wenn er dann reingeht, ist es schon bitter. Vor allem zu so einem 0:1.“ Dass sich der Nationalspieler nicht mehr ärgern musste, verdankte er einer „sehr guten Reaktion“ seiner Mannschaft, wie er feststellte.
Einmal mehr konnten sich die Bayern auf ihre Standardstärke sowie Lennart Karl verlassen. Sowohl den Ausgleich als auch den 3:1-Endstand erzielten die Münchner per ruhenden Ball. Zuerst blockte der im dritten Champions-League-Spiel torlos gebliebene Harry Kane Serge Gnabry bei einem Eckball frei, ehe Jonathan Tah nach Ablage von Innenverteidiger-Partner Dayot Upamecano ebenfalls eine Premiere feierte: seinen ersten Königsklassen-Treffer für die Bayern.
Für das absolute Highlight des Abends sollte allerdings mal wieder Bayern-Senkrechtstarter Karl sorgen. In der ersten Hälfte verhinderte Sporting-Keeper Rui Silva sowie eine Abseitsstellung von Gnabry noch das Traumtor, nach Wiederbeginn bewies der 17-Jährige beim Münchner Führungstreffer erneut seine ganze Klasse – und unterstrich, weshalb ein Experte ihn schon mit dem nächsten Superstar vergleicht. (mw)