Nächster Rassismus-Eklat im deutschen Fußball

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In der 2. Bundesliga wurde Emmanuel Iyoha von Fortuna Düsseldorf von einem Fan von Dynamo Dresden rassistisch beleidigt.

Dresden – Erneut kam es im deutschen Profifußball zu einer rassistischen Beleidigung. Zum Ende des Aufeinandertreffens zwischen Dynamo Dresden und Fortuna Düsseldorf in der 2. Bundesliga wurde „ein Spieler“ der Rheinländer „eindeutig“ auf „rassistische Weise beleidigt“, wie es in der Stellungnahme der Fortuna heißt.

Beim Spiel in Dresden gab es eine rassistische Beleidigung gegen Düsseldorf-Spieler Emmanuel Iyoha. Die Reaktion von Fortuna-Coach Markus Anfang irritiert. © Imago/Montage

Dresdens-Trainer Thomas Stamm verurteilte den Vorfall unmittelbar nach dem Spiel bei Sky scharf und sprach von einer Aktion, „die einfach nicht hierher gehört.“ Diese rassistische Beleidigung zu benennen, sei „deutlich wichtiger (...) als die drei Punkte.“ Auch Sky-Experte Torsten Mattuschka sprach von „einer absoluten Vollkatastrophe.“ Bei dem beleidigten Profi soll es sich, laut verschiedenen Berichten, um Emmanuel Iyoha handeln.

Fortuna-Trainer Anfang rechtfertigt rassistischen Verhalten

Düsseldorfs Trainer Markus Anfang trat dem Rassismus hingegen zunächst nicht entschlossen entgegen und rechtfertigte das Verhalten des Fans sogar unter dem Deckmantel von Emotionalität. Nachdem Sky-Moderatorin Nele Ocik im Interview wiederholte, dass so etwas nicht ins Fußballstadion gehöre, warnte Anfang hingegen vor einer Verallgemeinerung der Fans, die schwierig sei, „wenn der ein oder andere aus irgendeiner Emotion heraus rein ruft.“

Die Wortwahl wirft Fragen auf, zumal Rassismus nicht durch eine vom Fußball verursachte Emotionalität gerechtfertigt werden sollte. Anfangs Fazit war dann jedoch etwas deutlicher.: „Das gehört nicht zum Fußball und auch nicht zur Gesellschaft, fertig.“ Auch in der Vergangenheit sorgt der Trainer für Aufregung, als er etwa während der Corona-Pandemie seinen Impfausweis gefälscht hatte.

Der rassistische Vorfall in Dresden reiht sich in eine Vielzahl von rassistischen Beleidigungen ein, die der deutsche Fußball allein in dieser Spielzeit erlebt. Erst kürzlich machte ein Fan von 1860 München Affenlaute in Richtung eines dunkelhäutigen Gegenspielers. Die Ultra-Szene der Löwen reagierte, identifizierte den Täter und schmiss ihn aus dem Stadion. Die Polizei ermittelt.

Im Oktober haben Fans von Union Berlin auf der Fahrt zum Spiel in Bremen den Fahrer eines Fanbusses rassistisch beleidigt. Zu Saisonbeginn wurde Christopher Antwi-Adjej von Schalke 04 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Lok Leipzig rassistisch beleidigt. Der deutsche Fußball sollte sich geeint gegen Rassismus stellen und Täter klar als solche benennen. Rechtfertigungen von rassistischem Verhalten sind dabei äußerst kontraproduktiv. (jsk)

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