Adventstrubel in der Altstadt: Christkindlmarkt lockt viele Besucher an – Kontroversen um Perchten

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Gut besucht waren die Verkaufsstände, an denen auch Kunsthandwerkliches angeboten wurde. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Der Christkindlmarkt in Wolfratshausen lockte am Wochenende viele Besucher an. Umstritten war nur der Auftritt der Perchten zu Beginn.

Wolfratshausen – Die besinnlichen Klänge der Stadtkapelle sowie ein gemeinsames Gebet von Bürgermeister Klaus Heilinglechner mit Stadtpfarrer Gerhard Beham und dem evangelischen Dekan Florian Gruber eröffneten am Freitagabend das vorweihnachtliche Treiben auf der Marktstraße.

Handgreiflichkeiten am Loisachufer

Knapp zwei Stunden später zogen einige Perchten in ihrer monströsen Verkleidung durch die Altstadt. Ihr Auftritt gefiel nicht jedem Besucher. Während sich einige Maskenträger bereitwillig umarmen ließen, gab es auf der Eisfläche am gegenüberliegenden Loisachufer zum Teil handgreifliche Auseinandersetzungen mit Jugendlichen und Kindern. „Natürlich haben wir sie provoziert“, räumt der 14-jährige Valentin ein. Dass jedoch zum Teil auch unbeteiligte Grundschüler von den Perchten geschlagen wurden, konnte der Teenager nicht nachvollziehen und entsetzte auch einige Eltern.

Auch wenn es hier anders aussieht: Der Auftrifft der Perchten gefiel nicht allen Besuchern.
Auch wenn es hier anders aussieht: Der Auftrifft der Perchten gefiel nicht allen Besuchern. © Sabine Hermsdorf-Hiss

An den darauffolgenden beiden Tagen verzeichnete der von der Stadt beauftragte Sicherheitsdienst jedoch keine Störfälle mehr. Viel geboten war vor allem im Rathausinnenhof. Dort hatte die städtische Kita Nantovinus in Kooperation mit der Grund- und Mittelschule Wolfratshausen ein buntes Programm mit Bastelaktionen, Märchenerzählungen und Musikeinlagen zusammengestellt. „Da kam bei allen Beteiligten schnell ein stimmungsvolles Vorweihnachtsgefühl auf“, zeigte sich Kita-Leiterin Barbara Aman begeistert.

Verkaufsschlager Zuckerwatte

Verkaufsschlager war die in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältliche Zuckerwatte, die an drei Tagen rund 600 Mal über den Tresen ging. Erwachsene erwärmten sich derweil mit einem „Glühbier“ am Stand der „Bürger für Bürger“-Nachbarschaftshilfe, die zudem eine große Nachfrage für Tüten mit selbstgebackenen Plätzchen registrierte. Der Erlös kam wie auch an den Buden der BRK-Breitschaft und der beiden Lions-Club-Vereine karitativen Zwecken zugute. Die Kinderkrebs-Forschung der Haunerschen Kinderklinik in München freute sich über die Unterstützung von Ludwig Gollwitzer, der am Samstag mit lauter Stimme vor der Bühne am Marienplatz ein Bobbycar für das Höchstgebot von 100 Euro versteigerte.

Lustige Runde: Tatjana, Christiane, Ricarda und Nadine wärmen sich mit einem Heißgetränk auf.
Lustige Runde: Tatjana, Christiane, Ricarda und Nadine wärmen sich mit einem Heißgetränk auf. © Sabine Hermsdorf-Hiss

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Deutlich ruhiger ging es im Wallner-Bockhorni-Kabinett des Museums zu, das kostenlos eine Krippe mit 40 Figuren zeigte. Seltenes Kunsthandwerk wie phosphoreszierende Keramikprodukte bot eine dreitägige Ausstellung im Schwankl-Eck. Den von wenigen Besuchern geäußerten Vorwurf, dass hauptsächlich Essens- und Getränkeangebote von der Stadt gefördert werden, widersprach Georg Koch. Er verkaufte seine „Isarhaum“-Wollmützen und erzielte dank einer ermäßigten Standgebühr sowie vieler Kunden ein positives Umsatzergebnis.

Standlbetreiber sind zufrieden

Kräftig mitgefeiert haben am ersten Adventswochenende zudem die norddeutsche Mannschaft des Patenschiffs Oste sowie eine Delegation der Schützenkompanie Auer in Südtirol. Die Wolfratshauser Gebirgsschützenkompanie bereitete ihnen einen herzlichen Empfang. Am Ende zogen die 44 Betreiber der insgesamt 37 Stände eine weitgehend positive Bilanz. „Zum Jammern reicht’s nicht“, sagte Mützenverkäufer Koch mit einem Augenzwinkern. ph