Leonhardifahrt in Kreuth: Ein Fest für Glaube und Brauchtum

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Festlich geschmückt: Zahlreiche Kutscher, Reiter und Trachtler nahmen an der festlichen Leonhardiwallfahrt in Kreuth teil. © Reiter

Einmal im Jahr steht in Kreuth alles im Zeichen des Heiligen Leonhard. Auch heuer zog die traditionelle Wallfahrt viele Besucher an und zeigte, wie fest das Brauchtum in der Bevölkerung verankert ist.

Kreuth – Die Leonhardifahrt zog erneut zahlreiche Besucher an. Festlich geschmückte Gespanne, Trachten und gelebter Glaube prägten am vergangenen Donnerstag das Bild in Kreuth. Wenn der Klang der Hufschläge und das Klirren der Pferdegeschirre durch die Gemeinde hallen, wissen Einheimische wie Besucher: Es ist wieder Leonhardi.

Seit über 500 Jahren wird am 6. November in Kreuth das Fest zu Ehren des Heiligen Leonhard gefeiert und damit die älteste Leonhardifahrt ganz Bayerns begangen. In diesem Jahr spielte auch das Wetter mit: Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich die Teilnehmer um den festlich geschmückten Freialtar im Garten des Handlhofs.

Der Gottesdienst wurde aufgrund der günstigen Bedingungen ins Freie verlegt. Monsignore Walter Waldschütz würdigte die überwältigende Beteiligung: „Was mehr blendet als die Sonne, ist das Bild der vielen schönen Trachtler.“ Begleitet von Musikkapelle und Chor führte Johannes Eckert von der Abtei St. Bonifaz in Andechs den Gottesdienst. „Heute ist ein traumhafter Tag mit einer so wundervollen Gesellschaft“, brachte es der Abt auf den Punkt.

Kreuth ehrt den Heiligen Leonhard mit prächtiger Wallfahrt

Das Gottesdienstthema war heuer dem Glück gewidmet. So habe der heilige Leonhard die Verbindung zu Gott glücklich gemacht. Eckert wiederum machte es glücklich, dass in Kreuth das Brauchtum so gepflegt und der Glaube gelebt werde. Das die Wallfahrt mehr als eine Pferde- und Trachtenshow ist, zeigte die Aufnahme als Immaterielles Kulturerbe in das Bayerische Landesverzeichnis.

Nach der Messe formierte sich die Prozession. Rund 30 festlich geschmückte Reiter und kunstvoll verzierte Truhenwagen zogen dreimal durch das Dorf, vorbei an der Sankt-Leonhards-Kirche, wo traditionell die Pferde gesegnet wurden. Unter den Festgästen befanden sich neben Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider und den Gemeinderäten auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden sowie der stellvertretende Landrat Jens Zangenfeind.

Wie jedes Jahr wurden auch die Viertklässler der örtlichen Grundschule eingeladen, an der Wallfahrt teilzunehmen. Den Abend ließen die Teilnehmer und Gäste am Leonhard­stoanahof mit Musik und Tanz fröhlich ausklingen.

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