Schüler aus Tutzing sollen zwischen alten Apfelsorten lernen

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Obstbäume wollen richtig gepflanzt werden: Schülerinnen und Schüler der Tutzinger Realschule erweiterten mit dem Obst- und Gartenbauverein die Streuobstwiese – auch um historische Sorten. © privat

Die Benedictus-Realschule erweitert gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein die Streuobstwiese und fördert Umweltbildung. Im wahrsten Sinne.

Die Benedictus-Realschule Tutzing und der Obst- und Gartenbauverein haben in Zusammenarbeit ein bemerkenswertes Projekt realisiert: die Erweiterung der Streuobstwiese des Obst- und Gartenbauvereins. Unter der Anleitung von Ideengeber Thomas Kräh von der Realschule und dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Dieter Arcypowski, haben Schüler der Klasse 9b zehn historische Apfel- und Zwetschgenbäume gepflanzt, wie der Verein mitteilte. Zu den ausgewählten Sorten gehören so alte Apfelsorten wie der rote Herbstkalvill, die Ananasrenette oder der purpurrote Cousinot.

Besonders hervorzuheben sei jedoch der Korbinians-Apfel, auch „KZ 3“ genannt, der von Pfarrer Korbinian Aigner im KZ Dachau gezüchtet wurde. „Diese Sorten sind nicht nur geschmackvoll, sondern tragen auch zur Erhaltung der regionalen Obstvielfalt bei, sie verbessern die Lebensbedingungen vieler Insekten und dienen als Lebensraum für verschiedene Lebewesen“, erklärte Dieter Arcypowski.

Ruppert Roth und Arcypowski vom Verein versorgten die Schüler mit dem nötigen Wissen, wie solche Bäume gepflanzt werden müssen. So ist ein ausreichend großes Pflanzloch zu graben und der Baum im Wurzelbereich mit einem dünnen Gitter gegen Wühlmäuse zu schützen. Ein ordentlicher Stützpfahl gewährleiste den aufrechten Wuchs der bis zu 2,5 Meter hohen Hochstämme. Auch ein maßvolles Anschneiden der Wurzeln und das Wässern der neu gepflanzten Bäume sind dabei notwendig.

All diese Schritte wurden gemeinsam in die Praxis umgesetzt. „Viele neue Talente konnten dabei bei den Schülern beobachtet werden. Teams hatten sich schnell gefunden, und so herrschte den gesamten Vormittag eine eifrige Betriebsamkeit, ehe dann eine stolze Reihe frisch gepflanzter Obstbäume bewundert werden konnte“, bilanzierte Dieter Arcypowski.

Auch Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn sowie die Rektorin der Realschule, Angela Richter, besuchten die Schüler während ihrer Arbeit und lobten ihr Engagement für das Projekt. „Es ist inspirierend zu sehen, wie die Schüler aktiv zur Umweltbildung und zur Erhaltung alter Obstsorten beitragen“, sagten sie. Das Projekt setze ein Zeichen und sollte das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz fördern.

In den kommenden Jahren plant die Benedictus-Realschule mit dem Obst- und Gartenbauverein, auf der Streuobstwiese Kurse für den Obstbaumschnitt für interessierte Schüler anzubieten. Auch die Pflege von Bäumen und Fläche soll als Schulprojekt gemeinsam fortgeführt werden. Interessant werde es sein, wenn in ein paar Jahren dann die ersten Früchte reif seien, so der Verein. Diese würden dann mit den Schülern gemeinsam geerntet und „sinnvoll verwertet“.