Kripo untersucht Vorwürfe gegen Pflegekräfte in BRK-Heim am Starnberger See

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Hinweise auf Pflegemängel erhält die Kripo immer wieder – aber nicht immer ist etwas dran (Symbolfoto). © Andreas Franke/Imago

Ein Stück Papier, das im Briefkasten des Merkur landete, brachte Kripo-Ermittlungen im BRK-Pflegeheim Garatshausen in Gang. Der anonyme Vorwurf: Pflegekräfte sollen Bewohnern Schlafmittel verabreicht haben, um sie zu bestehlen. Erwiesen ist bisher nichts.

Garatshausen - Ein einfaches DIN-A4-Blatt ohne Umschlag warf ein Unbekannter Mitte September in den Briefkasten des Münchner Merkur an der Paul-Heyse-Straße. Der Inhalt des anonymen Schreibens, das sich auf das BRK-Pflegeheim in Garatshausen bezieht, ist brisant: „Es liegen schwerwiegende Hinweise vor, dass Bewohnerinnen und Bewohnern Schlafmittel verabreicht werden. In diesem Zustand sollen ihnen persönliche Gegenstände entwendet sowie Informationen über ihr Vermögen gesammelt werden – offenbar mit dem Ziel, sich finanziell zu bereichern.“ Das Schriftstück enthält drei Klarnamen mit den angeblichen Tätern, die das Diebesgut ins osteuropäische Ausland bringen und dort verkaufen würden. Auch eine Stadt und Profile in den Sozialen Medien werden konkret genannt.

Der Starnberger Merkur leitete das Schreiben an die zuständige Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck weiter. Für deren Leiter Manfred Frei stand gleich fest: Es handelt sich um strafrechtlich relevante Hinweise, die Kripo ist rechtlich verpflichtet, ihnen nachzugehen und sie der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Dazu kommt: Heimplätze sind begehrt und teuer. Es wäre ungeheuerlich, würden Bewohner von Personen, denen sie vertrauen sollten, ausgebeutet. Die Ermittlungen laufen noch, was auch der BRK-Kreisverband Starnberg bestätigt: „Wir arbeiten hier eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen“, schreibt Sprecherin Karin Windorfer auf Merkur-Nachfrage.

BRK habe das anonyme Schreiben nicht erhalten

Das Schreiben habe das BRK selbst nicht erreicht, weder digital noch analog. Allerdings erklärt Windorfer, „Vorwürfe dieser Art“ bereits seit 24. Juni bekannt. Die erste Merkur-Anfrage, in der das BRK Kenntnis von dem Schriftstück erlangt habe, stammt vom 22. September. Der Heimträger antwortete erst einen Monat später ausführlich: „Wir haben umfassende Maßnahmen zur Aufarbeitung, Prüfung und Rekonstruktion der Vorwürfe in die Wege geleitet.“

Und mit welchem Ergebnis? Eine im Schreiben genannte Person sei „aus anderen Gründen, die nicht mit den hier gemachten Vorwürfen in Zusammenhang stehen, nicht mehr bei uns beschäftigt“, heißt es. Windorfer schreibt weiter: „Weder die eingeleiteten Maßnahmen noch unser internes, standardisiertes Qualitätsmanagementsystem konnten Auffälligkeiten erkennen, die das Handeln, vor allem in Bezug auf die Verabreichung von Schlafmitteln, belegen würden.“ Allerdings bestätigt das BRK vier Fälle, in denen Bewohner bestimmte Gegenstände nicht mehr auffinden konnten. Ob diese in Zusammenhang mit den Vorwürfen stehen, sei „für uns aktuell noch fraglich“.

Anonymes Schreiben wirft selbst Fragen auf

Der Schutz der Bewohner habe höchste Priorität, betont das Rote Kreuz. Das Führungszeugnis sei für Pflegekräfte obligatorisch, dazu kämen Maßnahmen im Rahmen des Qualitätsmanagements und regelmäßige Prüfungen durch die Einrichtungsleitungen und die externe Heimaufsicht.

Ein Aspekt ist bei dem Vorgang noch wichtig: Das anonyme Schreiben selbst wirft gewisse Fragen auf. Es liest sich so, als wäre es beim BRK abgegeben worden (was man dort bestreitet) und enthält die Drohung, „die Informationen an die Presse weiterzuleiten“. Wollte jemand einfach nur drei Pflegekräfte aus persönlichen Beweggründen in den Schmutz ziehen? Oder das BRK als Träger der Einrichtung? Diese Möglichkeit müsse man in solchen Fällen immer auch in Erwägung ziehen. Darauf verweisen sowohl Kripochef Frei als auch BRK-Sprecherin Windorfer. Frei ergänzt: „Es ist nicht so selten, dass Hinweise auf Pflegemängel kommen. Aber sie sind nicht unbedingt immer qualifiziert.“ Die Ermittlungen dauern an.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/starnberg/poecking-ort377114/kripo-untersucht-vorwuerfe-gegen-brk-pflegeheim-garatshausen-94023366.html