Wünsch-Dir-einen-Blitzer: Überraschender Ansturm nach Facebook-Aufruf der Polizei

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In Niedersachsen hat die Polizei ein ungewöhnliches Angebot gemacht: Die Bürger durften sich Stellen für Blitzer aussuchen. Die Resonanz war gewaltig.

München – Wird man als Autofahrer mit zu hohem Tempo geblitzt, ist man selbst schuld – ärgert sich in der Regel aber trotzdem. Und man fragt sich fast automatisch: Warum müssen die auch ausgerechnet hier eine Radarfalle aufstellen? Wäre es nicht vor dem Kindergarten oder vor der Schule viel sinnvoller? Bei der Polizei Nienburg/Schaumburg (Niedersachsen) hat man solche Aussagen schon häufiger zu hören bekommen. Deswegen kamen die Beamten dort zu dem Schluss: Sollen doch mal die Bürger entscheiden – und starteten einen Facebook-Aufruf (weiter unten zu finden).

Geschwindigkeitskontrolle an Straßen
Bitte einen Blitzer: In Niedersachsen bot die Polizei an, dass Bürger Radarfallen-Orte wählen dürfen – die Reaktion war riesig. (Symbolbild) © Gottfried Czepluch/Imago

„Immer wieder meldet ihr euch in den Kommentaren mit Hinweisen wie: ,Da wird ständig gerast!‘ oder ,Hier wäre mal eine Kontrolle nötig!‘“, schreibt die Polizei. „Genau das greifen wir jetzt auf – gemeinsam mit euch!“ Das Angebot: Jeweils eine Blitzer-Aktion im Landkreis Nienburg und eine im Landkreis Schaumburg. Die Bürger wurden aufgerufen, in den Kommentaren eine Stelle anzugeben, an der geblitzt werden soll – und sollten dies auch begründen. Das Versprechen: Der Kommentar mit den meisten Likes „gewinnt“ sozusagen eine Radarkontrolle nach Wunsch.

Nach Polizei-Aufruf: Mehr als 600 Wünsche nach Radarkontrollen

Wie groß offenbar der Wunsch nach Kontrollen an bestimmten Stellen ist, zeigen die zahlreichen Reaktionen. „Eine tolle Idee“, sei das, schreibt jemand und bedankt sich. Und nicht nur ein User bietet an, dass sich die Polizei samt Radarfalle gerne auch auf dem eigenen Grundstück aufstellen dürfe. Weit über 600 „Wünsche“ gingen insgesamt ein. Die Bürger berichten von quietschenden Reifen, von „Rennstrecken“ und Stellen, an denen man „lebensmüde“ sein müsse, wenn man dort die Straße überqueren möchte. Ein User spricht sogar von „Krieg“.

Bürger fordern bereits weitere Kontrollen – nicht nur im Hinblick auf Geschwindigkeit

Inzwischen wurden zwei Standorte ausgewählt – und auf Facebook verkündet. Wann geblitzt wird, verraten die Beamten allerdings nicht. Dennoch hat man mit dem Wunsch-Blitzer offenbar schlafende Hunde geweckt. Und es werden in den Kommentaren bereits die nächsten Aktionen gefordert. Unter anderem: Anhänger wiegen, Kontrollen des Vorbeifahrens an Bussen mit Warnblinklicht oder des Blinkens an der abnickenden Vorfahrt. An Ideen für künftige Facebook-Aktionen haben die Beamten also reichlich. (Facebook, eigene Recherche) (sop)

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