Temposünder im Visier: Kontrollen des Zweckverbandes zeigen Wirkung

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Verkehrssicherheit im Mittelpunkt: Im Tölzer Kurhaus stellte der Zweckverband Kommunale Dienste Oberland den Bürgermeistern und Verwaltungsmitarbeitern der Mitgliedskommunen seine Geschäftszahlen vor. © Arndt Pröhl

Der Zweckverband Kommunale Dienste Oberland (ZKDO) hat sich seit 2007 von 27 auf 162 Mitgliedskommunen vergrößert und ist heute vor allem für die Verkehrsüberwachung zuständig. Die Kontrollen zeigen Wirkung: Die festgestellten Tempoverstöße sind deutlich zurückgegangen.

Bad Tölz – Der Zweckverband Kommunale Dienste Oberland (ZKDO) ist eine echte Erfolgsgeschichte: Das Bündnis mit Sitz in Bad Tölz, das 2007 mit 27 Gemeinden startete, vereint heute beachtliche 162 Mitgliedskommunen – darunter auch zahlreiche aus dem Landkreis. Das Verbandsgebiet erstreckt sich von Neuschwanstein bis Herrenchiemsee und von München bis zur Zugspitze. „Wir sind gut gewachsen“, brachte Geschäftsführer Benjamin Bursic die Entwicklung in der jüngsten Verbandssitzung im Kurhaus auf den Punkt.

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Kampf gegen Temposünder

Kernaufgabe der Körperschaft des öffentlichen Rechts ist die Überwachung des fließenden (Blitzer) und ruhenden Verkehrs (Strafzettel). Besonders die Blitzer am Straßenrand – meist an neuralgischen Punkten wie Ortseinfahrten, Schulen oder Kindergärten aufgestellt – lassen so manchen Autofahrer innerlich hochgehen. Temposünder, die zur Kasse gebeten werden, sprechen schnell von vermeintlicher „Wegelagerei“. Doch die Zahlen zeichnen ein anderes Bild: Sie zeigen klar, dass mobile und stationäre Kontrollen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Denn überhöhte Geschwindigkeit zählt nach wie vor zu den Hauptursachen tödlicher Unfälle. Während der Zweckverband in seinen Anfangsjahren durchschnittlich 27 Verstöße pro Stunde registrierte, sind es inzwischen nur noch 6,8. „Es wirkt“, fasst Stephan Prechtl, Leiter der kaufmännischen Abteilung, zusammen. Die Autofahrer gehen offenbar vom Gas, wenn sie wissen, dass sie geblitzt werden können. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem sogenannten Überwachungsdruck.

Die Verkehrsüberwachung bildet das Hauptgeschäft des Zusammenschlusses, der rund 170 Mitarbeiter beschäftigt. Etwa 90 Prozent des Umsatzes entfallen auf diesen Bereich. Die Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter, die zur Verbandssitzung erschienen waren, bekamen eine Fülle an Zahlen präsentiert. Die zentrale Botschaft, die Verbandsvorsitzender Ingo Mehner – zugleich Bürgermeister von Bad Tölz – sowie Bursic und Prechtl mitgebracht hatten, war eindeutig: Der Zweckverband arbeitet weiterhin kostendeckend und erwirtschaftet sogar ein dickes Plus. „Wir stehen sehr ordentlich da“, betonte Prechtl.

Für das laufende Jahr rechnet man laut Haushalt 2025 mit Erträgen von nahezu 17 Millionen Euro. Bereits jetzt – Stichtag war der 31. Oktober – liegt das vorläufige Ergebnis bei rund 2,7 Millionen Euro. „Vielleicht schaffen wir bis Jahresende noch die drei Millionen“, so Prechtl. Im Haushalt 2026 werden Erträge von rund 17,5 Millionen Euro erwartet, beim Ergebnis jedoch nur noch etwa 1,4 Millionen Euro. Grund dafür sind vor allem gestiegene Personalkosten. Für die Folgejahre zeigt sich Prechtl optimistisch: „Wir sollten weiterhin ordentliche Überschüsse erzielen.“ Diese fließen einerseits in Investitionen, in erster Linie in neue Messtechnik, und werden andererseits an die Mitgliedskommunen zurückgegeben – wodurch diese letztlich weniger für die Leistungen des Zweckverbands bezahlen müssen.

Dieser ist jedoch nicht nur in der Verkehrsüberwachung aktiv. Er leistet zudem umfangreiche Aufklärungsarbeit, um das Bewusstsein für Verkehrssicherheit zu stärken, und bietet den Kommunen weitere Dienstleistungen an. Dazu gehört etwa das Einziehen offener Forderungen – von unbezahlten Strafmandaten über Kurbeiträge und Kitagebühren bis hin zu Gewerbesteuern. Zudem können Städte und Gemeinden einen zentralen Beschaffungsservice nutzen.

Webshop für Kommunen

Neu hinzu kommt ein Webshop, der unter dem Namen „kommkauf“ – der Kurzform für „kommunales Kaufhaus“ – an den Start geht. Das Angebot reicht bislang von Kopierpapier bis zu Polleranlagen und ist noch überschaubar, soll jedoch schrittweise ausgebaut werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Einkauf wird für die Verwaltungen nicht nur einfacher, sondern auch günstiger. Denn wenn größere Mengen eines Produkts gemeinsam beschafft werden, sinken die Preise.