"Einfach nur erbärmlich" Bewohner von Blatten erhalten nach Bergrutsch anonyme Drohbriefe

Im Schweizer Bergdorf Blatten zerstörte ein Felssturz Ende Mai 2025 die Existenz von 300 Menschen. Felsmassen und Eis rauschten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern talwärts und walzten alles platt. 90 Prozent des Dorfes war einfach weg.

Ein halbes Jahr später fanden am Samstag nun mehrere Bewohner von Blatten einen Umschlag im Format DIN A4 in ihrem Briefkasten. In dem Umschlag steckte ein Schreiben mit der Überschrift „Wieso jammert ihr eigentlich über eure verlorenen Häuser?” Über den Vorfall berichtete der "Walliser Bote". 

Bewohner von Schweizer Bergdorf Blatten erhalten Drohbriefe mit der Abbildung eines Revolvers 

Unter der Überschrift war ein Abstimmungsresultat aus dem Jahr 2021 zum CO₂-Gesetz zu sehen, bei dem sich 60 Prozent der Stimmberechtigten gegen und 40 Prozent für das Gesetz ausgesprochen hatten. Der anonyme Verfasser stellte somit einen Zusammenhang zwischen dieser Ablehnung und dem Bergsturz im Mai 2025 her. 

Auf den Briefen war zudem ein Revolver mit der kryptischen Nachricht "by the AMOC run amok and the lost climate roulette". Die Atlantische Umwälzströmung (AMOC) ist eine zentrale Meeresströmung, die warmes Wasser aus den Tropen nach Norden transportiert und entscheidend für das globale Klima sowie Wetterphänomene ist.

Bewohner von Schweizer Bergdorf Blatten erhalten Drohbriefe: Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar 

Viele Betroffene, darunter Eva Ritler, die durch den Bergsturz ihr Zuhause verloren hat, bezeichneten die Aktion gegenüber dem "Waliser Boten" als "erbärmlich und respektlos".

Wer hinter der Aktion steckt, ist bislang unklar. Es bleibt auch offen, ob rechtliche Schritte gegen die Verfasser eingeleitet werden können. Die Dorfbewohner sind von der Situation tief betroffen und kämpfen noch immer mit den Folgen des Bergsturzes.

Sechs Monate nach dem verheerenden Bergsturz in Blatten im Lötschental sind die Arbeiten für den Wiederaufbau in vollem Gange. Die ersten Bewohner sollen bereits 2026 oder 2028 zurückkehren können, das neue Dorf soll bis 2029 stehen.