Nach der Spieldauerstrafe gegen Kapitän Schönberger fanden die Löwen zurück. In Unterzahl liefen sie heiß und holten sich den Sieg in der Verlängerung.
Hart erarbeiteter Sieg. Hatten die Tölzer Löwen am Sonntag das Spiel in Lindau zunächst im Griff und gingen in Führung, glitt es ihnen anschließend aus der Hand. Lindau drehte die Partie verdient auf 2:1. Es war ausgerechnet eine Spieldauer gegen Kapitän Sandro Schönberger, die die Löwen wieder als Mannschaft zusammenschweißte und auf die Siegerstraße brachte. „Ich habe einfach eine geile Truppe, die hat in diesen fünf Minuten Unterzahl richtig gut gespielt, sich als Team zusammengefunden und dann verdient gewonnen“, freut sich Trainer Axel Kammerer über den 3:2-Sieg nach Verlängerung und die zwei Punkte in einem „engen Spiel“.
Heiß gelaufen in Unterzahl
Die Löwen kontrollierten das Spiel in den ersten paar Minuten weitgehend. Ludwig Nirschl brachte sie nach kaum vier Minuten verdient in Führung, als er von halblinks abzog. Doch nach dem dünnen 1:0 mussten die Tölzer mehr und mehr den Rückzug antreten: Unnötige Strafen, halbherzige Zweikämpfe, verlorene Laufduelle, Lindau machte deutlich mehr Druck als zu Beginn. Die Gäste hatten es nur der mangelnden Lindauer Effizienz und einem richtig gut aufgelegten Matthias Bittner im Tölzer Tor zu verdanken, dass die Führung bis zur Pause Bestand hatte. Bittner war zur Stelle gegen Zan Jezovsek, gegen Nicolas Strodel, der mit einer einfachen Körpertäuschung bis vors Tölzer Tor durchackerte. Erst ein doppeltes Powerplay der Löwen beendete vorübergehend die Lindauer Druckphase.
Lindau reißt das Spiel an sich
Die Überzahl brachte kein Ergebnis, wohl aber das unermüdliche Anrennen der Lindauer. Der Ausgleich war längst überfällig. Tölzer Chancen wie Florian Kästeles Schuss nach einem Konter oder später Nicolas Sauers Versuch bei 2:1-Situation wurden zur Ausnahme. Bittner war allmählich sauer, dass Lukas Bender völlig frei durchkurven konnte und einen Pass durchgesteckt bekam oder der schnelle Jezovsek von seinen Vorderleuten kaum aufzuhalten war. Und in Tölzer Unterzahl war es passiert: Dominik Grafenthin zog von der Blauen ab, Leon Sivic nahm Bittner die Sicht, 1:1. Marvin Wuchers Direktabnahme parierte Bittner mit dem Schoner, auch bei Lars Benders Solo war er zur Stelle. Lindau hatte das Spiel längst an sich gerissen.
Piipponen rettet Verlängerung und den Sieg
Im Schlussabschnitt lief das Spiel weiter vor allem in Richtung Tölzer Tor, die Löwen trafen nur die Latte, Andreas Farny schob Bittner die Scheibe durch die Schoner zum 2:1. Frust brach sich bei Schönbergers hohem Stock Bahn, dafür musste er vorzeitig zum Duschen. Doch ausgerechnet das fünfminütige Unterzahlspiel war Gift für den EVL. Hier holten sich die Gäste Selbstvertrauen zurück, spielten zielstrebiger, setzten sich zeitweise vor Daniel Filimonows Kasten fest. Kammerer: „Da sind wir richtig heiß gelaufen.“ In Tölzer Überzahl rettete Topi Piipponen die Löwen mit dem Ausgleich per Nachschuss aus der Drehung in die Verlängerung. Und nur 31 Sekunden waren verstrichen, als der Finne auch den 3:2-Endstand besorgte. Er drosch die Scheibe von Michael Keränen auf rechts per Direktnahme an Filimonows Fanghand vorbei in den Winkel.