Lawine in Südtirol reißt fünf Deutsche in den Tod: Was wir wissen – und was nicht

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Eine Schneelawine erfasste fünf Deutsche in Südtirol. Die Herkunft der Toten ist jetzt klar, zur Ursache gibt es eine Vermutung. Einige Fragen sind noch offen.

Sulden – Olaf Reinstadler von der Bergrettung Sulden steht vor einem Rätsel. Das Lawinenunglück in Südtirol an der Vertainspitze kostete fünf Deutschen das Leben. Ihre Entscheidung, so spät am Nachmittag noch aufzusteigen, beschäftigt den Experten.

Bei dem Lawinenunglück sind fünf Menschen gestorben.
Bei dem Lawinenunglück sind fünf Menschen gestorben. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

„Ich verstehe das auch nicht“, sagte Reinstadler der Deutschen Presse-Agentur. „Die haben extrem lang nach oben gebraucht. Wenn man so spät am Nachmittag noch beim Aufstieg ist, wird das um diese Jahreszeit sehr schwierig. Der Abstieg hätte dann bis in die Nacht gedauert.“ Auch der Hergang des Unglücks ist noch unklar.

Lawinen-Unglück in Südtirol fordert fünf Tote: Was am Berg passiert ist

Die Bergsteigergruppen hätten sich bereits am Morgen mit Steigeisen und Eispickeln auf den Weg gemacht. Skier hatten sie nach Auskunft der Bergwacht aber keine dabei. Der Aufstieg zur Vertainspitze im Ortler-Gebirge gilt zwar nicht als technisch besonders schwierig, ist aber lang und anstrengend.

Die Rettungskräfte kämpften an Allerheiligen gegen die Zeit. Kurz vor 16 Uhr war die Schneelawine in der Nordwand abgegangen und hatte die drei Seilschaften erfasst. Zwei deutsche Männer überlebten und alarmierten die Bergwacht in Südtirol. Per Hubschrauber wurden sie ins Krankenhaus nach Bozen gebracht, während die Suche nach den Verschütteten begann.

Fünf Tote bei Lawinen-Unglück in den Alpen: Wer sind die Opfer?

Nun steht fest: Fünf Menschen sind bei dem Unglück gestorben. Ein 17-jähriges Mädchen und ihr Vater waren als Seilschaft gemeinsam unterwegs und stürzten nach dem Lawinenabgang etwa 200 Meter in den Abgrund. Ihre Leichen konnten erst am Sonntag (2. November) geborgen werden.

Bei den drei anderen Todesopfern handelt es sich um eine 21-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 21 und 58 Jahren. Ihr Körper konnten bereits am Samstag geborgen werden. Alle Todesopfer stammen aus Bayern. Das bestätigte ein Sprecher der italienischen Finanzpolizei der Deutschen Presse-Agentur.

Die Bergwacht vermutet, dass die oberste Seilschaft die Lawine selbst ausgelöst hat – der Vater mit seiner Tochter. Laut italienischen Medienberichten versuchten die beiden dann noch, die anderen Bergsteiger in der Wand mit Schreien zu warnen. Laut Reinstadler soll sich die Lawine möglicherweise infolge starker Verwehungen gelöst haben, weil Neuschnee noch nicht ausreichend mit dem Untergrund verbunden gewesen sei. (Quellen: afp, dpa) (kas)

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