Fünf Deutsche sterben bei Lawinen-Drama in Südtirol – Bergrettungschef hat Vermutung zu Ursache

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Die Bedingungen zum Bergsteigen waren eigentlich optimal, trotzdem brach eine Lawine herunter. Der Bergrettungschef hat eine Vermutung, was sie ausgelöst hat.

Innsbruck – Eine Bergtour in Südtirol endete für eine mehrere Menschen in einer Tragödie. Die Wetter-Bedingungen schienen zwar optimal, trotzdem löste sich eine Lawine und traf auf die Gruppe – fünf von ihnen kamen dabei ums Leben. Insgesamt waren sieben deutsche Bergsteiger in drei separaten Gruppen an der Bergtour unterwegs, als sich gegen 16 Uhr unterhalb der Vertainspitze die Lawine ereignete.

Nach dem Lawinenunglück in Südtirol wurde die Suche nach den Vermissten erneut aufgenommen.
Ein Hubschrauber der Bergrettung landet vor Bergrettern. Nach dem Tod von mindestens drei deutschen Bergsteigern bei einem Lawinenunglück in Südtirol ist die Suche nach zwei Vermissten wieder aufgenommen worden. Auch sie konnten nur noch tot geborgen werden. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Dreiergruppe – zwei Männer im Alter von 21 und 58 Jahren sowie eine 21-jährige Frau – wurde von den Schneemassen erfasst und getötet. Eine weitere Zweiergruppe, bestehend aus einem Vater und seiner 17-jährigen Tochter, wurde ebenfalls von der Lawine erfasst und rund 200 Meter in die Tiefe gerissen. Nur zwei 50-jährige Männer überlebten das Unglück und setzten den Notruf ab. Sie hatten die Lawine aus einiger Entfernung beobachtet und schlugen sofort Alarm.

Lawine trotz optimaler Bedingungen in Südtirol: Leiter der Bergrettung vermutet Ursache

Doch was löste die Lawine aus? Mit Rainews hat Olaf Reinsadler, dem Leiter der Bergrettung Sulden, gesprochen. Er koordinierte den Großeinsatz nach der Lawine. Reinstadler vermutet, dass die Lawine durch ein kleines Triebschneepaket ausgelöst wurde. Dieses lag im oberen Bereich einer Mulde. Wenn man im Schnee etwas einsinkt, denkt man oft nicht daran, dass der vom Wind verfrachtete Schnee und die Eisschicht darunter noch nicht fest miteinander verbunden sind. Dadurch kann sich leicht ein Schneebrett lösen und den Berg herunterrutschen. Bei dem Sturz nimmt das Schneebrett weiteren Schnee mit und entwickelt sich zur Lawine.

Besonders tragisch: Die Wetterverhältnisse waren eigentlich optimal für derartige Touren. Laut Bergwacht bestand keine besonders große Lawinengefahr. Möglicherweise unterschätzten die Bergsteiger jedoch die Verhältnisse im Neuschnee, der erst wenige Tage zuvor gefallen war.

Die Vertainspitze im Ortlergebirge gilt unter Bergsteigern als beliebtes Ziel für hochalpine Eistouren. Das Unglück ereignete sich auf etwa 3.200 Metern Höhe in der Nordwand, wo die Kletterer mit Steigeisen und Eispickeln unterwegs waren. (Quellen: RAI, dpa) (kiba)

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