Ein Wohnmobil-Lager auf dem Parkplatz von Pflanzen Kölle wirft Fragen auf. Die Gemeinde prüft nun, ob es sich um illegales Wohnen handelt.
Dass die Weihnachtszeit naht, ist auf dem Kundenparkplatz von Pflanzen Kölle in Unterhaching nicht zu übersehen: Der Christbaumverkauf erstreckt sich vom Haupteingang bis zum Campinggeschäft von Fritz Berger, das momentan nur durch einen Nadelbaumwald zu erreichen ist. Typisch so kurz vorm Ersten Advent – aber was hat es, wenige Meter weiter, mit dem Camp aus Wohnmobilen und Wohnwagen auf sich? Diese Frage stellte Armin Konetschny (Grüne) im Gemeinderat, ihn interessierte: „Ist so ein Lager eigentlich genehmigungspflichtig?“
Fakt ist, im südwestlichsten Eck des Kundenparkplatzes von Pflanzen Kölle existiert eine Art Wohnmobil-Siedlung, abgeschirmt durch einen mit Sichtschutzplanen verkleideten Bauzaun. Wasserleitungen sind verlegt und münden in die Kanalisation, beim Blick durch eine Zaunlücke ist Camping-Atmosphäre zu spüren.
„Sollte es sich um einen verkappten Campingplatz handeln, wäre das nicht zulässig“, sagt Stefan Lauszat, Chef des kommunalen Baureferats. Denn „eine Wohnnutzung im Gewerbegebiet“ sei nicht vorgesehen: „Bei uns fangen die Mühlen jetzt an, zu mahlen.“ Im Klartext, die Gemeinde versucht, den Sachverhalt zu klären.
„So arg störend ist das jetzt nicht“, sagt Rathaussprecher Simon Hötzl, der sich vor Ort ein Bild von dem Camp gemacht hat. Erlaubt ist es aber auch nicht, deshalb werde man nun „Pflanzen Kölle um eine Stellungnahme bitten und dann geeignete Mittel als Reaktion ergreifen“. Es gehe weniger um eine Räumung, die das Landratsamt veranlassen müsse, als vielmehr um Kommunikation: „Wir treten nicht fallbeilmäßig auf, sondern wollen wissen, was da los ist.“ Dann finde sich „sicher eine Lösung“. Möglicherweise handele es sich um die Standlbetreiber vom „Winter-Erlebnisdorf“, mit dem Pflanzen Kölle in der Adventszeit Besucher anlocken will. Gleichwohl, etwas Offizielles weiß im Rathaus niemand.
Armin Konetschny, dessen Anfrage im Gemeinderat die Recherchen zum Parkplatz-Camping ausgelöst hatte, geht es weniger um das Lager an sich als eher darum, an dieser Örtlichkeit eventuell eine Lösung für ein nerviges Dauerproblem zu etablieren: die vielen Camping-Mobile, die mangels privater Stellfläche überall im Gemeindegebiet im öffentlichen Straßenraum geparkt werden (wir berichteten). „Vielleicht wäre dieser Teil vom Kölle-Parkplatz ja eine Lösung“, regt Konetschny an. Eine Art mietbarer Abstellplatz für all die Wohnwagen- und Wohnmobilbesitzer, wenn sie nicht gerade durch Europa touren.
Das aktuelle Camp allerdings hat nichts mit reinem Abstellen zu tun, sondern ist mit Leben gefüllt – davon zeugen Wäscheständer, Fahrräder, Campingtische. Und dafür hätte die Gemeinde gern, bei aller Kompromissbereitschaft, gern eine Erklärung. Eine Stellungnahme von Pflanzen Kölle steht noch aus.