„Überzeugt, dass ich es besser kann“: Patrik Kohlert tritt als Bürgermeisterkandidat in Geretsried an

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Glückwünsche von seinen Kindern Phil und Marco und seiner Frau Michaela gab‘s nach der Nominierung für den Bürgermeisterkandidaten Patrik Kohlert. © Hans Lippert

Die Geretsrieder Liste nominiert zehn Stadtrats- und einen Bürgermeister-Kandidaten: Patrick Kohlert verspricht bürgerfreundlichere Politik.

„Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass ich es besser kann“ – Selbstbewusst und kämpferisch gab sich Patrik Kohlert, Bürgermeisterkandidat der Geretsrieder Liste (GL) bei seiner offiziellen Nominierung am Mittwochabend in den Ratsstuben. Er wurde mit 22 Ja-Stimmen von 22 Stimmberechtigten gewählt. Der Verwaltungsfachwirt, der bei der Stadt Geretsried gelernt hat und jetzt als Bauamtsleiter und stellvertretender Geschäftsführer bei der Gemeinde Baierbrunn arbeitet, hatte seine Familie mitgebracht: Ehefrau Michaela und die Söhne Phil und Marco gratulierten als Erste zur Ernennung.

26.11.2025, Geretsrieder Liste, hinten vlnr: Florian Roth, Thomas Laumont, Edmund Häner, Dr. Elmar Immertreu, Simon Schneider, sitzend vlnr: Karin Schlich-Heckel, Volker Reeh, Katsiaryna Shavel, Foto: Hans Lippert
Für die Geretsrieder Liste wollen diese Bewerber in den Stadtrat einziehen. © Hans Lippert

Kinderbetreuung, Bildung und Angebote für die Jugend liegen Kohlert aus eigener Erfahrung am Herzen. Er spricht sich für kleine Kindertagesstätten aus („Wir wollen keine Monsterhäuser“) und für noch mehr attraktive Angebote für Jugendliche, etwa im Stadtwald oder auf der Böhmwiese. Es müsse dringend wieder einen Streetworker geben, am besten angesiedelt beim Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit. Denn: „Zu bestimmten Zeiten fühlt man sich nicht mehr wohl in der Stadt“, sagte der 44-Jährige, der auch das Ordnungsamt stärker einsetzen würde.

Die Bewerber der GL

1. Patrik Kohlert 2. Karin Schlich-Heckel 3. Edmund Häner 4. Florian Roth 5. Katsiaryna Shavel 6. Thomas Laumont 7. Simon Schneider 8. Dr. Elmar Immertreu 9. Marc Kaufmann 10. Volker Reeh

Er stehe für Wachstum mit Maß statt um jeden Preis, so Kohlert, für ein einheitliches Verkehrskonzept und sichere Radwege, für die Ansiedlung von Betrieben bei strikter Trennung von Wohnen und Gewerbe. Wozu eine Vermischung führe, sehe man an der Banater Straße. Sollte die S7-Verlängerung nicht kommen, plädiert der Kandidat für weitere Expressbusse, die sich gut bewährt hätten. Politik müsse bürgerfreundlicher, das Arbeitsklima im Rathaus angenehmer werden.

Auf Platz zwei der Liste für den Stadtrat wählten die GL-Mitglieder die 59-jährige Apothekerin Karin Schlich-Heckel. Als eines ihrer Hauptanliegen nannte sie den Klimaschutz. Diskutiert werden sollte ihrer Meinung nach über ein Böllerverbot an Silvester. Edmund Häner auf Platz drei sitzt schon im Rat. Der 51-jährige Unternehmensberater möchte „für unsere Kinder eine bessere Zukunft schaffen in Geretsried“. Florian Roth (38) würde sich für die Stärkung der Vereine einsetzen. Kommunikationsdesignerin Katsiaryna Shavel (42) will im Fall ihrer Wahl gerne Anreize schaffen, damit sich mehr Geschäfte ansiedeln.

Thomas Laumont (57) würde „in einem frühen Stadium darauf schauen, dass keine falschen Wege eingeschlagen werden“. Der selbstständige Berater engagierte sich federführend in der Interessengemeinschaft Wald, die erfolgreich gegen eine private Sportschule im Stadtwald kämpfte. Auf den hinteren Plätzen treten erneut Zahnarzt Dr. Elmar Immertreu (60) und Geschäftsmann Volker Reeh (70) an. Beide erklärten, sie wollten den jüngeren Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance geben.

Bisher ist die Geretsrieder Liste mit vier Männern im Stadtrat vertreten (Kohlert, Reeh, Immertreu, Häner). Sie seien in den vergangenen sechs Jahren die „Premium-Opposition“ gewesen, meinte Reeh. Vor allem Elmar Immertreu gab Bürgermeister Michael Müller häufig Kontra. Reeh: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“.