Die meisten Besucher im Pfaffenwinkel sind Tagestouristen. 2024 war ein Rekordjahr. Die Geschäftsführerin wünscht sich mehr Budget fürs Marketing und ein weiteres Hotel.
Landkreis - Ein Mal im Jahr sitzen die Bürgermeister der Landkreisgemeinden im Landratsamt in Weilheim zusammen, um sich über das Thema „Tourismus“ auszutauschen. Kürzlich war es wieder soweit: Der Tourismusverband Pfaffenwinkel hatte zur Versammlung geladen. Gekommen waren Vertreter der Mitgliedsgemeinden – bis auf ein paar wenige sind das alle Landkreisgemeinden.
Geschäftsführerin Susanne Lengger, Landrätin Andrea Jochner-Weiß als Vorsitzende und Georg Bäck als Verbandsschatzmeister hatten viele Zahlen und Fakten im Gepäck – und zunächst eine ganz ordentliche Bilanz des Geschäftsjahres 2024 und des fast schon vergangenen aktuellen. „Wir sehen im Tourismus im Pfaffenwinkel eine positive Entwicklung, vor allem angesichts der allgemeinen, wirtschaftlichen Lage“, sagte Lengger.
Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“
Bei der Versammlung des Tourismusverbands stellte Susanne Lengger auch die Ergebnisse einer Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern vor, die auch auf die Situation im Pfaffenwinkel eingeht. Demnach machten 2024 5,6 Millionen Menschen einen Tagesausflug in den Pfaffenwinkel. Dies schlage auch bei den Umsätzen zu Buche: 86 Prozent der Touristen seien Tagesausflügler, die 54 Prozent des Umsatzes brächten (240 Millionen Euro Umsatz insgesamt, davon 130 Millionen Euro durch Tagesreisende). „Man merkt: Bei uns sind im Gegensatz zu anderen Regionen Tagesausflügler noch sehr willkommen.“ Denn sie bringen – wie andere Touristen auch – bares Geld in die Region, wovon auch Einzelhandel und Dienstleister profitierten. 3250 Personen erwirtschafteten demnach ihr Einkommen rein aus dem Tourismus. „Eigentlich sind es viel mehr, denn der Handwerker zum Beispiel kommt ja auch zu Einheimischen.“
So seien 2024 so viele Gäste in den Mitgliedsgemeinden angekommen wie in keinem Jahr zuvor. Heuer bleibe diese und auch die Zahl der Übernachtungen auf dem Vorjahresniveau. Deutlich zeichne sich dabei der Juli ab, der heuer verregnet war.
Klar wurde bei der Versammlung auch: Der Tourismusverband versucht weiter viel, um für den Pfaffenwinkel touristische Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten. So konzentrieren sich die Verbandsmitarbeiter in Vertrieb und Marketing vor allem auf folgende Kernbereiche: Natur-Erleben mit der Ammer im Zentrum, Kultur erleben mit den vielen Museen, regionaler Genuss, Verweilen und hierbei insbesondere die Themen Ruhe, Entschleunigung und Spiritualität in der „Heiligen Landschaft Pfaffenwinkel“ und das Radpilgern, Wandern und – ganz besonders – das Freizeitradkonzept.
„Pfaffenwinkel muss bekannter werden“
„Hier ist unser Schwerpunkt, das ist ein Leaderprojekt“, so Lengger. Ganz neu habe man daher die Radkarte Pfaffenwinkel herausgebracht, außerdem würde nach und nach die Radbegleitinfrastruktur wie SB-Servicestationen ausgebaut. Insgesamt rund 255 000 Euro würden dafür fällig, 170 000 Euro seien aus Fördermitteln. „Die einzelnen Gemeinden werden erst 2026 belastet“, so Lengger.
Auf die Nachfrage von Verbandsrätin Brigitte Gronau, was Lengger sich wünschen würde, wenn sie dürfte, nannte die zwei Dinge: ein weiteres Hotel in der Region sowie „mehr Budget und Personal für das Marketing“. Denn der Pfaffenwinkel biete schon sehr viel – nur bekannter müsste er werden.