Die Freien Wähler in Reichersbeuern haben Amtsinhaber Ernst Dieckmann mit großer Mehrheit erneut als Bürgermeisterkandidat nominiert. Auf die Gemeinderatsliste schafften es ausschließlich Männer.
Reichersbeuern – Nur eine Gegenstimme und viel Zuspruch: Bei seiner erneuten Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler bekam der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann viel Rückenwind. Drei verdiente Gemeinderäte der Gruppierung treten dagegen nicht mehr an.
Vor sechs Jahren – am 28. November 2019 – fand die letzte Aufstellungsveranstaltung der Freien Wähler zur Kommunalwahl statt. „Damals war alles anders“, sagte Dieckmann am Dienstag im „Altwirt“. Keiner ahnte seinerzeit, dass dem Land die Corona-Lockdowns bevorstanden. Und dass die Gemeinderäte in ihrer konstituierenden Sitzung im Rathaus in meterlangem Abstand zueinander sitzen würden. „Es gab noch keinen Krieg in der Ukraine“, sagte Dieckmann. Und damals habe der „Altwirt“ auch noch einen Wirt gehabt. Doch alle Herausforderungen sei man gemeinsam angegangen, sagte Dieckmann in seinem Rückblick und lobte Jahre der „Teamleistung“. „Wir können positiv auf das zurückblicken, was die Gemeinde Reichersbeuern erreicht hat.“
Die FW-Kandidaten
1. Peter Gould, 2. Nikolaus Hochwind, 3. Philipp Minzlaff, 4. Michael Sixt, 5. Nikolaus Harrer, 6. Hans Merz, 7. Florian Melf, 8. Martin Melf, 9. Sebastian Bartsch, 10. Florian Ober, 11. Florian Reiter, 12. Stefan Wechselberger, 13. Peter Heinrich, 14. Leonhard Seiler jr.
(gefettet: amtierende Gemeinderäte).
Aktuell arbeite man vor allem an der Dorferneuerung sowie am Vorhaben, Wohnraum für Einheimische zu schaffen. An der Tölzer Straße, Ecke Schulgasse, soll ein neues Gebäude entstehen mit seniorengerechtem Wohnen, einer Arztpraxis und einem Pflegedienst. Seine unangefochtene Nominierung nahm Dieckmann dankend an und betonte, dass er die Aufgabe in seiner dann dritten Amtszeit „mit viel Herzblut“ angehen werde, sofern ihm die Bürger bei der Wahl am 6. März 2026 ihr Vertrauen aussprechen.
17 Bewerber für Gemeinderatsliste der Freien Wähler Reichersbeuern
Für einen der 14 Listenplätze der Freien Wählergemeinschaft für die Gemeinderatswahl bewarben sich am Dienstag 17 Kandidaten. Darunter sind viele bekannte Gesichter, aber auch einige Neuzugänge und Zugezogene. Auf den ersten Listenplatz wählte die Versammlung Peter Gould mit 58 Stimmen, gefolgt von Klaus Hochwind mit 50 Stimmen. Philipp Mintzlaff, der erst kürzlich für die ausscheidende Martina von Sigriz in den Gemeinderat nachgerückt ist (wir berichteten), eroberte mit 47 Stimmen Listenplatz drei. Die einzigen Frauen, die angetreten waren – Tanja Harrer und Christine Hoyer – landeten lediglich auf Platz 15 und 16. Somit stehen sie nicht auf der Gemeinderatsliste, sondern sind lediglich Nachrückerinnen.
Drei Gemeinderäte stehen nicht mehr zur Wahl
Nicht mehr zur Wahl stellten sich drei erfahrene Gemeinderäte. Josef Reiter gehörte dem Gremium vier Amtszeiten an, Karl Joachim drei. Auch Martina von Sigriz, die ihr Amt bereits niedergelegt hat, war seit 2008 dabei. Dieckmann dankte den Dreien in der Versammlung mit Blumen und respektvollen Worten für das langjährige Engagement.
Neben den Freien Wählern sind aktuell auch die Fraktionen CSU/Bürgerliche sowie Grüne/ÖDP/UBR vertreten. In dem Gremium habe Parteipolitik aber nie eine große Rolle gespielt, sagte Dieckmann. „Es ging immer um Reichersbeuern.“