Trotz Antrag: Barockpicknick bleibt für Kinder teuer

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Genossen das Barockpicknick: Lena, Lisa, Franziska und Kathrin. © hab

Der Stadtrat lehnt ermäßigten Eintritt für Kinder beim Barockpicknick ab. Die Veranstaltung soll ihren ruhigen Charakter behalten.

Die Stadträte Markus Erhorn (Freie Wähler Dachau) und Wolfgang Moll (Wir) wollen Kultur, darunter auch klassische Musik, allen Gesellschaftsschichten und Altersklassen ermöglichen. Aus diesem Grund hatten sie vor einigen Monaten den Stadtratsantrag gestellt, dass bei den städtischen Kulturveranstaltungen für Kinder unter vier Jahren kein und für Kinder ab vier bis 13 Jahre nur der halbe Eintritt verlangt wird. „Man sieht es ja an München“, so Erhorn in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses, in der der Antrag nun besprochen wurde, „die Spitzenorchester klagen über eine völlige Überalterung ihres Publikums.“

Doch so einfach ist das nicht, wie die Verwaltung erläuterte. Die Schlosskonzerte etwa würden sich „schlichtweg nicht für den Besuch von Kleinkindern eignen“; selbiges gelte für die Literaturabende in der Stadtbücherei. Die Konzerte auf dem Schlossplatz seien zu laut für Kinderohren, und „Jazz in allen Gassen“ biete ja bereits freien Eintritt für Kinder unter 14 Jahren.

Und beim Barockpicknick, das auch für Kinder 10 Euro Eintritt kostet, sei es nun mal so, dass die Besucher sich eher einen „ruhigen Charakter der Veranstaltung“ wünschten. In den Vor-Corona-Jahren, als das Barockpicknick für Kinder noch kostenlos war, habe sich der Schlossgarten, zum Leidwesen der Klassikfans, „zu einem Großspielplatz entwickelt“ – ein Zustand, der erst durch das Verlangen des 10-Euro-Eintrittgelds beendet werden konnte.

Die Mehrheit der Stadträte folgte der Einschätzung der Verwaltung. Das Barockpicknick „soll kein Kinderspielplatz werden, und das sage ich als Kinderarzt“, erklärte etwa Ramon Rümler (SPD). Richard Seidl (Grüne) hatte zudem den finanziellen Aspekt im Blick: Die städtischen Kulturveranstaltungen seien ja eh schon nicht kostendeckend. Stelle man die Kinder frei, „dann müsste man die anderen Karten ja teurer machen“.

Das wollte keiner der Beteiligten. Überhaupt sei, so die Meinung aller, ein Eintrittsgeld von 10 Euro immer noch „sehr maßvoll“.

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