Die Erding Gladiators verlieren gegen Passau 26 Sekunden vor Schluss

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Drin! Hier überwand Erding Cheyne Matheson EHF-Goalie Janik Engler zum zwischenzeitlichen 2:1. © Christian Riedel

Brendan Harrogate entschied das Spiel mit seinem Hattrick-Tor. Die Erding Gladiators unterlagen den Black Hawks 2:3 nach Verlängerung.

Erding – Es war eine spannende Partie, die sich am Dienstagabend die Erding Gladiators und die Passau Black Hawks vor rund 800 Zuschauern in der Stadtwerke Erding Arena geliefert haben. Am Ende waren die Gäste aus Niederbayern die Glücklicheren, denn sie gewannen 3:2 (1:1, 1:0, 0:1; 0:1) nach Verlängerung.

Erding testet Miller

Gladiators-Geschäftsführer Michael Schneider hatte jüngst erklärt, dass der Oberligist bezüglich eines Neuzugangs „Augen und Ohren offenhalten“ werde. Jetzt ist es so weit, allerdings muss sich der neue Stürmer in den nächsten Wochen erst bewähren, ehe er einen festen Vertrag erhält – oder auch nicht.

„Die Erding Gladiators verstärken sich in den kommenden Wochen mit einem Try-Out-Stürmer“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Dennis Miller möchte sich für einen Vertrag in der Oberliga Süd empfehlen.“ Der 26-jährige Rechtsschütze, 180 cm groß und 77 kg schwer, wurde in Tübingen geboren und besitzt die deutsche sowie die russische Staatsbürgerschaft.

Miller startete seine Laufbahn in Mannheim, als Jugendlicher führte ihn der Weg zunächst in seine zweite Heimat Russland, unter anderem stürmte er für Dynamo St. Petersburg und Spartak Moskau. Weitere (kurze) Stationen waren die RB Hockey Academy in Salzburg und die New Hampshire Jr. Monarchs in den USA, ehe er wieder nach Deutschland zurückkehrte. Dort sammelte Miller Erfahrungen in der DEL bei den Augsburger Panthern sowie in der DEL2 bei den Tölzer Löwen, den Krefeld Pinguinen und zuletzt beim EHC Freiburg. Dort absolvierte der 26-Jährige in der Saison 2024/25 53 Spiele und sammelte 15 Scorerpunkte. Zuletzt war er vereinslos, hielt sich in den USA fit, und war den Gladiators nun über einen Spielervermittler angeboten worden.

„Miller gilt als schneller, technisch versierter Offensivspieler mit viel Zug zum Tor, der dem Angriffsspiel der Gladiators zusätzliche Tiefe verleihen soll“, heißt es in der Pressemitteilung. Seinen Einstand im Erdinger Trikot gibt Miller voraussichtlich am Freitag beim Gastspiel in Bad Tölz.

Die Gäste waren arg ersatzgeschwächt. Trainer Petr Bares hatte genau drei Blöcke zur Verfügung, musste er doch auf insgesamt sieben Spieler verzichten, darunter Routinier Andrew Schembri und Marlon D’Acunto, der vergangene Saison noch als Förderlizenzspieler das Erdinger Trikot getragen hatte. Erdings Coach Dominik Quinlan konnte dagegen seinen Kader der letzten Spiele aufs Eis schicken und mit vier Blöcken agieren. Im Tor stand diesmal Leon Meder.

Defensive sieht schlecht aus

Die Gladiators ergriffen sofort die Initiative, doch mit dem ersten Angriff nach knapp sechs Minuten gelang Passau die Führung, und dabei sah die Erdinger Defensive nicht gut aus. Bei einem Konter verzog Zachary Nazzarett zunächst freistehend. Er setzte aber nach, holte sich den Puck zurück und spielte zum freistehenden Brendan Harrogate, der mühelos zum 1:0 vollstreckte.

Die Führung spielte den Black Hawks natürlich in die Karten, die jetzt noch defensiver agierten und immer wieder Nadelstiche in Form von Kontern setzten.

Die Gladiators indes taten sich schwer, zu Torchancen zu kommen. Schrecksekunde für die Niederbayern in der 13. Minute als Christoph Schmidt nach einem Check auf dem Eis liegenblieb und behandelt werden musste. Er konnte zwar selbst zur Bank fahren, humpelte von dort aber in die Kabine und konnte mit Verdacht auf Gehirnerschütterung nicht mehr weiterspielen.

Zweimal überstanden die Gastgeber eine Unterzahl unbeschadet. Und als die Gladiators schließlich erstmals Überzahl hatten, klappte es. Elia Ostwald war nach überlegtem Zuspiel von Cheyne Matheson zum 1:1 erfolgreich – 22 Sekunden vor Ende des Drittels.

So furios wie das erste Drittel geendet hatte, so spektakulär begann das zweite. Genau 101 Sekunden waren gespielt, da verwertete Matheson einen perfekten Pass von Markus „Beppi“ Eberhart zum 2:1 für die Gladiators. Jetzt mussten die Passauer kommen, und das taten sich auch – vor allem angetrieben vom starken Duo Harrogate/Nazzarett. Als schließlich Leonard Mößinger freigespielt wurde und allein vor Erdings Keeper stand, rettete dieser spektakulär.

Wenig später hatten die Erdinger Pech, als Marco Pfleger im Powerplay nur den Pfosten traf (30.). Die Gladiators gestalteten die Partie jetzt überlegen, ein weiterer Torerfolg wollte bis zur zweiten Pause jedoch nicht mehr gelingen.

Im Schlussdrittel tat sich zunächst nicht viel, bis sich Erding eine komplett überflüssige Strafe einhandelte. Moritz Köttstorfer war nach Ablauf gerade wieder fünf Sekunden zurück, da traf Harrogate aus kurzer Distanz zum 2:2 (48.).

Schlussoffensive nicht belohnt

Beide Mannschaften agierten danach eher vorsichtig und gingen kein großes Risiko mehr. Fast hatte es den Anschein, als wollte sich jeder schon mal den einen Punkt sichern. In den letzten Minuten drehte Erding dann nochmal richtig auf, feuerten doppelt so viele Schüsse aufs Tor ab, wie die Gäste, aber Passau hielt dem Druck stand, uns so blieb es nach 60 Minuten beim insgesamt leistungsgerechten 2:2.

Es ging also in die Verlängerung, und hier hatten beide Teams gute Chancen, allerdings wollte zunächst kein Tor fallen. Aber 26 Sekunden vor Schluss war der auffälligste Akteur auf dem Eis erneut zur Stelle: Harrogate schloss ein Break zum 3:2 für die Black Hawks ab und machte damit den Sieg sowie seinen Hattrick perfekt.

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