Krankenhausplanungsausschuss genehmigt Aufstockung der Bettenzahl auf 250 in Weilheim

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Für das Weilheimer Krankenhaus wurde eine Aufstockung der Bettenzahl genehmigt. © Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau

Es lag Euphorie in der Luft, als Landrätin Andrea Jochner-Weiß und die beiden Krankenhauschefs, Thomas Lippmann und Claus Rauschmeier, zum Pressetermin luden. Der Grund zur Freude: eine Genehmigung, die der bayerische Krankenhausplanungsausschuss jüngst erteilte.

Landkreis – „Wir haben eine positive Nachricht vom Gesundheitsministerium bekommen“, freute sich die Landrätin sichtlich. Auch Krankenhaus-GmbH-Chef Thomas Lippmann konnte kaum mehr an sich halten, die Neuigkeit zu verkünden: Grund der Freude ist die Genehmigung für die Aufstockung der Bettenzahl am Krankenhaus Weilheim von 169 auf 250. Auch die 40 stationären und zehn teilstationären Betten in Schongau wurden vom Ausschuss bestätigt. Mit der Entscheidung wurde das von Klinikgeschäftsführung empfohlene und vom Aufsichtsrat und Kreistag verabschiedete Zukunftskonzept bekräftigt.

„Die Entscheidung des Ausschusses ist ein wichtiges Signal für die Nachhaltigkeit unseres Krankenhaus-Konzeptes und die Landkreis-Versorgung mit unseren Häusern in Schongau und Weilheim. Sie stärkt die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im gesamten Landkreis. Unser Plan ist damit voll aufgegangen und wir bekommen in der aktuellen deutschlandweiten Situation wichtigen Rückenwind vom Ministerium“, betonte Jochner-Weiß in einer Mitteilung. „Mit den nun ermöglichten weiteren Planungsschritten können wir die Modernisierung und Erweiterung unserer Klinik zielgerichtet vorantreiben.“ Denn die Kosten für die räumliche Erweiterung und technische Ausstattung werden durch den Freistaat getragen, insofern es sich rein um den Ausbau von medizinischer Versorgung handelt.

In Sachen Ausbau gebe es aber keinen Zeitdruck, bekräftigten die Verantwortlichen. Man wolle die neue Situation schnellstmöglich mit dem Aufsichtsrat besprechen und mögliche Lösungen angehen. Dazu sei bereits ein Planer eingeschaltet worden, mit dem eruiert werde, wo die zusätzlichen Betten „reinpassen“. Dabei sei das vom Landratsamt gekaufte Grundstück direkt neben dem Weilheimer Krankenhaus womöglich ein „großes Thema“, so Lippmann.

Wichtiges Zeichen

Auch Claus Rauschmeier, stellvertretender Krankenhauschef, freut sich über die Nachricht, denn „der Trend ist eigentlich ein Bettenabbau.“ In der aktuell schwierigen Lage ein solches Zeichen setzen zu können, sei wichtig. „Die Bescheinigung tut mir auch gut, denn unser fachlicher Plan geht auf“, so Lippmann.

Dass es zu allererst Gespräche mit dem Aufsichtsrat geben soll, hat derweil einigen Kreisräten sauer aufgestoßen. Deshalb trudelte am vergangenen Montag ein Antrag an den Kreistag ein – und zwar von der Fraktion ÖDP/Unabhängige. Landratskandidatin Manuela Vanni forderte darin, stellvertretend für die Fraktion, einen neuen Punkt in die Tagesordnung der Kreistagssitzung im Dezember aufzunehmen: Der Kreistag möge beschließen, „dass im Januar 2026 eine Kreistagssitzung durchgeführt wird, die das Thema Zukunft des Krankenhauses Weilheim zum Inhalt hat.“ Die Anwesenheit der Krankenhauschefs sei dabei notwendig.

Vanni begründete den Antrag dadurch, dass über die neuen Entwicklungen nicht nur der Aufsichtsrat sondern auch der Kreistag zeitnah zu unterrichten sei, damit dieser ausführlich darüber diskutieren und gegebenenfalls Beschlüsse fassen könne. „Die Krankenhaus GmbH hat in den letzten 20 Jahren durchgehend ein Defizit „erwirtschaftet“ und lag bzw. liegt bei der Umrechnung des Defizits pro Bett in einem bayernweit ziemlich hohen Bezuschussungsbereich. Dies galt für Schongau, aber auch für Weilheim“, hieß es in dem Antrag. Derzeit mache das Krankenhaus Weilheim – trotz sehr guter Auslastung – ein jährliches Defizit von 6,5 Millionen Euro, „das sind bei 170 Betten umgerechnet 38.235 Euro pro Bett und Jahr“, rechnete Vanni vor.

Höheres Defizit

Weitere 80 Betten für Weilheim würden, laut Fraktionsantrag, eine Steigerung des Defizits von 3 Millionen bedeuten, was der Landkreis Weilheim-Schongau nicht leisten könne. „Bereits ab 2026 muss er bekanntlich für einen Teil der Übernahme des Defizits von insgesamt 13 Millionen Euro Kredite aufnehmen, deren Zinsen und Tilgungen die künftigen Verwaltungshaushalte und die künftige Generation stark belasten werden.“

Kosten für Landkreis?

In der geforderten Sitzung sollen daher die Kosten für den Ausbau des Weilheimer Krankenhauses dargestellt sowie die Frage beantwortet werden, welcher Anteil davon vom Landkreis selbst getragen werden muss. Außerdem sei unter anderem zu besprechen, welche Kosten durch die Mehrzahl der Betten anfallen und wie sich das auf das jährliche Defizit des Landkreises auswirkt.

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