Ausbau des musischen Zweigs am GMI: Landkreis investiert 5 Millionen Euro

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Im Gymnasium Markt Indersdorf soll der musische Zweig ausgebaut werden. © Norbert Habschied

Das Gymnasium Markt Indersdorf braucht dringend mehr Platz für den musischen Zweig. Dafür nimmt der Landkreis 5 Millionen Euro in die Hand.

63,1 Millionen Euro kostete das neue Gymnasium in Röhrmoos, knapp unter 100 Millionen Euro das Gymnasium in Karlsfeld. Sind damit die Investitionen in die Landkreis-Gymnasien erst einmal erledigt? Mitnichten. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, verkündete Landrat Stefan Löwl am Freitag im Schul- und Kreisausschuss des Kreistags.

Landkreis baut musischen Zweig am Indersdorfer Gymnasium aus

Das Gymnasium Markt Indersdorf, kurz GMI, hat nämlich eine musische Ausbildungsrichtung und will diese auch behalten. Dafür, so Löwl, ist aber ein umfangreiches Raumangebot nötig – das die Schule bislang nicht hat. In Summe „haben wir ein Raumdefizit von 1000 Quadratmeter Nutzfläche“. Der Landkreis plane daher mit einer Gesamtinvestition von 5,35 Millionen Euro. „Wir haben uns verpflichtet, den musischen Zweig auch auszustatten, wenn wir ihn schon bekommen“, so Löwl. Während der Bauarbeiten für die beiden Gymnasien in Karlsfeld und Röhrmoos habe man vom Ministerium einen Aufschub für das Projekt GMI bekommen, nun aber müsse man liefern.

Wir haben ein Raumdefizit von 1000 Quadratmeter Nutzfläche.

Das Problem: Ein schnöder Umbau des Bestands, indem man etwa Wände neu einzieht oder andere entnimmt, ist aufgrund der „schottartigen Betonwände wirtschaftlich nicht zulässig“. Daher bleibt nur eine „große Erweiterung“ in Form einer „Schuhschachtel“. Das heißt, dass an der Nordseite der Schule ein 460 Quadratmeter großer Bau unter die dort aufgeständerte Schule eingeschoben wird. Schon das aktuelle Lehrerzimmer wurde unter den Bestandsbau – gleich einer „Schuhschachtel“ – geschoben.

Vorteile durch das neue Gymnasium in Röhrmoos

Die restlichen 500 Quadratmeter, die das Kultusministerium für ein adäquates musisches Gymnasium fordert, sollen durch „kluge Planung“ frei werden. Vor allem dank des neuen Gymnasiums Röhrmoos seien die Schülerzahlen in Indersdorf rückläufig, was zur Folge habe, dass nicht nur Klassen-, sondern auch Fachräume „nicht mehr in voller Anzahl notwendig“ seien. Räume können daher umgenutzt werden, beispielsweise einige der Natur- und Technikräume. Wo bislang also Physik- oder Chemieunterricht stattfand, soll in Zukunft das Orchester proben, sollen Instrumente gelagert oder Vorspiele stattfinden.

Der Schüler-Schwund in Richtung Röhrmoos hat aber eine weitere positive Folge: Die zweistöckige Containeranlage, die in den vergangenen Schuljahren auf der Laufbahn des Indersdorfer Gymnasiums stand und die sogenannten Vorläuferklassen für die neue Schule in Röhrmoos beherbergte, kann rückgebaut werden.

Die Kreisräte stimmten diesem Vorgehen, das übrigens auch die Schulleitung des GMI ausdrücklich billigt, am Ende einstimmig zu.