Quer zur Fließrichtung trieb östlich von Passau ein Güterschiff die Donau abwärts und gefährdete andere Schiffe in Österreich und Bayern. Grund für einen außergewöhnlichen Feuerwehreinsatz.
Pyrawang/Obernzell - En Schiff treibt ohne einen Steuermann durch Nacht und Nebel. Ein Zustand, der sich nach einem Horrortriller auf hoher See anhört. Doch dieses Mal trug sich das auf dem Donaustrom an der bayerisch-österreichischen Grenze östlich von Passau zu.
Sirenenalarm bei Nacht und Nebel: Schiff hatte sich vom Kai gelöst und trieb stromabwärts
Dort hallte in der Nacht zum Montag wurde Sirenenalarm von Ufer zu Ufer, drei Feuerwehren rückten zu einem außergewöhnlichen Einsatz auf dem Wasser aus. Was war passiert? Der Besatzung eines Passagierschiffes war ein quer liegendes Frachtschiff aufgefallen, das ohne Antrieb vor sich hin stromabwärts trieb - auf Stauwehr und Schleuse Jochenstein zu. Laut PNP.de hatte die Besatzung des Frachtschiffes bei Pyrawang (Oberösterreich) zum Übernachten angelegt. Es stand dann bei Obernzell im Landkreis Passau quer in der Donau und blockierte die Schifffahrt. Aus diesem Grund wurden die Feuerwehren Obernzell, Erlau und Pyrawang sowie die Wasserschutzpolizei alarmiert.
„Da unklar war, ob ein Notfall vorlag, wurden wir mittels Sirene und Funkmeldeempfängern mit unserem Boot 99/1 alarmiert.
Wir slippten das Boot und machten uns auf den Weg zur Einsatzstelle“, heißt es bei der Feuerwehr weiter. „Vom Wasser aus enterten wir das Frachtschiff, um die Lage zu klären.“ Die Feuerwehrleute drangen dann zur Kabine des Kapitäns vor und weckten ihn, er hatte vom Ausflug seines Schiffs gar nichts mitbekommen.
Feuerwehrleute treffen den ahnungslosen Kapitän schlafend in seiner Kajüte an
„Nachdem wir den Kapitän wecken konnten, stellte sich heraus, dass das Schiff ursprünglich vor Anker lag, sich jedoch aus unbekannter Ursache gelöst hatte und durch Wind und Strömung quer über die Donau getrieben wurde“, heißt es weiter. Der Kapitän brachte das Schiff daraufhin wieder in eine sichere Position und verankerte es erneut, sodass die Feuerwehrleute wieder abrücken konnten. Gegen 1.30 Uhr war der Einsatz beendet.
Immer wieder sorgen Schiffskapitäne auf Binnenwasserstraßen für Furore: In Niedersachsen steuerte ein Schiffsführer, der sturzbetrunken war, über einen Kanal. Auf der Donau ging ein Wendeversuch eines mit Erz beladenen Schiffes schief. Bei Passau lief ein Kreuzfahrtschiff auf Grund.