Die Grünen in Lenggries schicken Martin Haider ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Er verspricht einen "Spirit des Aufbruchs" für Lenggries.
Lenggries – Eine Überraschung war es definitiv, wen der Ortsverband Isarwinkel der Grünen am Freitagabend (23. November) in der Schreinerei Hanus in Fleck als ihren Lenggrieser Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl präsentierte. Martin Haider (62) möchte im März den amtierenden Rathauschef Stefan Klaffenbacher herausfordern.
Grüne Lenggries nominieren Bürgermeister-Kandidat
Der Name Haider ist in Lenggries wohl bekannt, eng verbunden mit dem Skiclub. Sein Vater Martin Haider sen. war Mitinitiator des Vereins und brachte als Trainer einige der Lenggrieser Skigrößen hervor. Und auch der Junior wurde von früh auf gefördert. „Ich habe auf dem Brauneck den Großteil meiner Jugend verbracht“, sagte der zweifache Vater und Großvater eines Enkels bei seiner Vorstellung. Im Skifahren war er erfolgreich, gehörte vier Jahre lang der Ski-Nationalmannschaft an. Nach seinem Abitur und einer Banklehre war er 25 Jahre lang als Investmentbanker tätig, kam international herum. Dann beschloss er aber, etwas völlig anderes zu machen. Er absolvierte eine Ausbildung zum Heilpraktiker und Psychotherapeuten und war als Coach für Kinder und Jugendliche in München tätig. Inzwischen lebt er seit fünf Jahren wieder in seinem Heimatort.
Die Gemeinderats-Kandidaten der Grünen
1. Sibylle Reuter, 2. Martin Haider, 3. Assiye Danninger, 4. Werner Hüttl, 5. Martina Fuchs, 6. Reinhard Pfannenstill, 7. Amanda Reiter, 8. Andreas Sander, 9. Pia Kraske, 10. Christian Haas, 11. Sophia Zepper, 12. Thomas Rehling, 13. Marguerite Sander, 14. Caro Filger, 15. Uli Danninger, 16. Sabrina Schmid, 17. Negi Urban, 18. Sebastian Weck-Ponten, 19. Ute Mensing, 20. Manfred Haage, 21. Vroni Kober, 22. Thomas Rebel, 23. Maria Naomi Ludwig, 24. Ingrid Ulibarri Döhl.
Sozialpolitisch sei er immer interessiert und engagiert gewesen, sagte Haider. Aber erst seit zwei Jahren sei er nun aktiv, „weil man nicht immer nur bestürzt sein darf über die Entwicklungen, sondern etwas tun muss“. Für ihn sei das Bürgermeisteramt eigentlich nie Thema gewesen. Aber einerseits habe er sehr viel Zuspruch und einen enormen Vertrauensvorschuss aus der Partei erfahren. Auf der anderen Seite habe sein Vater damals die Freien Wähler in Lenggries gegründet. „Es hat mich geprägt, mit welcher Beharrlichkeit er für die Sache gekämpft hat.“
Kandidat will weg von Empörungskultur
Als sein wichtigstes Thema sieht er das Miteinander. „Man darf Menschen nicht ein schlechtes Gewissen machen“, mahnte er. Ihm gehe es um bezahlbaren Wohnraum, den sicheren Schulweg und einen modernen Tourismus vor Ort. Die grünen Kernthemen Umweltschutz und Klimawandel seien auch wichtig, „aber vorher müssen wir die Lenggrieser ins Boot holen“. Schaffen möchte er dies, „indem wir besser informieren und die Leute beteiligen“. Er wolle weg von der Empörungskultur, „einen Spirit des Aufbruchs brauchen wir überall“. Er wolle gerne vorne dran stehen, „ich habe richtig Lust darauf und meinen sportlichen Ehrgeiz entdeckt. Wir haben eine Chance“. Geschlossen stellten sich die Wahlberechtigten hinter ihren Kandidaten.
Frauenquote über 50 Prozent
Ebenso einstimmig wurden alle, die sich für die Gemeinderatsliste aufstellen ließen, bekräftigt. Die Frauenquote beträgt über 50 Prozent, die Kandidatinnen und Kandidaten sind alters- und berufsmäßig bunt gemischt. Nur zwei Personen, die bereits 2020 auf der Liste standen, stellen sich erneut für die Grünen zur Wahl: Werner Hüttl (Listenplatz 4) und Amanda Reiter (7). In der Vorstellungsrunde kam immer wieder die Sprache darauf, ein Miteinander zu fördern, Begegnungsstätten zu schaffen. Transparenz und Bürgerbeteiligung stehen für Werner Hüttl (4) ganz oben auf der Agenda. Sibylle Reuter (1) möchte „die Kaserne mit Leben füllen“ und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Für mehr Mitgefühl untereinander warb Ärztin Assiye Danninger (Listenplatz 3). „Wir brauchen auch Empathie mit Menschen, die Angst vor dem Fremden haben.“ Nur dann könne man ins Gespräch kommen und Ängste nehmen. Martina Fuchs (5) sieht ihren Schwerpunkt in der Jugendarbeit und im Sport. „Wir brauchen Raum und Platz, wo Kinder Spaß haben und lauter sein dürfen.“
Als historischen Moment hatte OV-Sprecher Werner Hüttl den Abend bezeichnet. Er glaube an das Potenzial der aufgestellten Gruppe, über den Wahltag hinaus lebendige Politik zu machen. „Uns zeichnet eine Offenheit gegenüber allen Lenggriesern und deren Sorgen und Nöten aus.“ Landratskandidat Andreas Wild versprach: „Wir möchten eine Politik machen, die wirklich liefert.“