Aufnahmen in sozialen Medien zeigen, wie mexikanische Marineinfanteristen angeblich von US-Streitkräften aufgestellte Schilder am Playa Bagdad im Nordosten Mexikos entfernen.
US-Truppen haben Berichten zufolge an einem Strand im Nordosten Mexikos Schilder aufgestellt, auf denen stand, dass das Gebiet vom US-Verteidigungsministerium für „gesperrt“ erklärt worden sei.
Auf Videoaufnahmen in sozialen Medien ist zu sehen, wie mexikanische Marineinfanteristen die Schilder entfernen, angeblich am Playa Bagdad, nahe der Stelle, wo der Rio Grande in den Golf von Mexiko mündet. Die Schilder warnten, dass unbefugter Zutritt oder Fotografieren nicht gestattet sei und dass „wer hier angetroffen wird, möglicherweise festgehalten und durchsucht wird“.
Spannungen zwischen Mexiko und den USA wegen Grenzgebiet und Trump-Dekret
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen zwischen Mexiko und den USA, in einem Gebiet, in dem Präsident Donald Trump mit einem präsidentiellen Dekret die Karte verändert hat, indem er den Golf von Mexiko in den Golf von Amerika umbenannte.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum schloss diese Woche die Möglichkeit aus, US-Angriffe auf Kartelle auf mexikanischem Boden zuzulassen, nachdem Trump erklärt hatte, er werde alles tun, um zu verhindern, dass Drogen in die USA gelangen. Zudem hatte er eine militärische Aufrüstung in der Karibik angeordnet, was in ganz Lateinamerika für Unruhe sorgt.
Untersuchung der Grenzverletzung und Reaktionen beider Länder
Die USA und Mexiko untersuchten eine womöglich von Amerika begangene Grenzverletzung des südlichen Nachbarn, nachdem Männer mit einem Boot an einem Strand im Nordosten des Landes anlegten und dort Schilder aufstellten, auf denen stand, dass es sich um „gesperrtes“ Verteidigungsgebiet der USA handle.
Die Schilder enthielten in Englisch und Spanisch die Warnung: „Warnung: Gesperrter Bereich“ im Auftrag des „Kommandanten“; unbefugter Zutritt, Fotografie oder Zeichnungen des Areals seien untersagt. Das mexikanische Außenministerium erklärte, dass ihre Marine die Schilder entfernt habe, die am Playa Bagdad, Tamaulipas, aufgestellt worden waren. Die Bilder davon wurden vielfach in sozialen Medien geteilt.
Pentagon und mexikanische Regierung reagieren auf Schilder am Playa Bagdad
Die US-Botschaft in Mexiko verbreitete eine Erklärung des Pentagon, wonach Auftragnehmer, die Schilder zur Markierung des „National Defense Area III“ aufstellten, diese an der Mündung des Rio Grande aufgestellt hatten. Doch Veränderungen in Wassertiefe und Topografie „haben die Wahrnehmung der Lage der internationalen Grenze verändert“, hieß es in der Erklärung, und die mexikanische Regierung entfernte sechs Schilder „auf Grundlage ihrer Wahrnehmung der Lage der internationalen Grenze.“
Sheinbaum gab an, dass die im Auftrag einer US-Regierungsbehörde tätigen Auftragnehmer die Schilder versehentlich gesetzt hätten. Das Pentagon teilte mit, die Auftragnehmer würden künftig mit den richtigen Behörden koordinieren, um „Verwirrungen zu vermeiden“, wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete. Sie kündigte außerdem die Einbindung der International Boundary and Water Commission (IBWC) an, die die Grenze zwischen den beiden Ländern festlegt.
Keine größeren diplomatischen Folgen nach Zwischenfall an der Grenze
Das mexikanische Außenministerium in einer Erklärung: „Während der ersten Konsultationen durch das mexikanische Konsulat in Brownsville konnten Beamte nicht bestätigen, dass irgendeine US-Behörde die Schilder aufgestellt hatte.“
Stephen Mumme, Professor an der Colorado State University, gegenüber Al Jazeera: „Die Behörde oder der Auftragnehmer, der die Schilder angebracht hat, verstößt eindeutig gegen das Grenzabkommen von 1970“, das festlegt, dass die Grenze „durch die Mitte des breitesten und tiefsten Teils des Flusses verläuft, wo dieser in den Golf von Mexiko mündet.“
Die Reaktion Mexikos macht deutlich, dass es sich bei dem Vorfall vermutlich um ein Versehen handelt, das keine größeren diplomatischen Folgen haben wird.
Das mexikanische Außenministerium erklärte unterdessen, es habe die US-Botschaft in Mexiko kontaktiert und die mexikanische Sektion der International Boundary and Water Commission (CILA) werde die Karten und Dokumente prüfen, die die Grenze zwischen beiden Ländern festlegen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)