Der Türke Emrah Karayilan lebt seit drei Jahren in Rosenheim. Seit zwei Jahren arbeitet er als Dönerverkäufer bei "City Döner", einem Laden in der Rosenheimer Fußgängerzone. Sein Chef Tuncay Sahindal beschreibt ihn als "einen meiner besten Mitarbeiter, der bei den Kunden wahnsinnig beliebt ist".
Emrah muss jedoch in vier Wochen Deutschland verlassen, da sein Asylantrag abgelehnt wurde. Über den Fall berichtet das "Oberbayerische Volksblatt“.
Rosenheims beliebtester Dönerverkäufer soll abgeschoben werden: "Habe große Schwierigkeiten, überhaupt Personal zu finden"
Die Nachricht von Emrahs bevorstehender Abschiebung sorgt in Rosenheim für Unverständnis. Laut "OVB“ hat Emrah eine Wohnung gefunden und bei "City Döner“ einen festen Arbeitsplatz. Er hat seinen Führerschein gemacht, Freundschaften geschlossen und auch mit der deutschen Sprache läuft es immer besser. Trotz dieser Integration wurde sein Asylantrag abgelehnt.
Probleme bekommt auch sein Chef. "Ich habe große Schwierigkeiten, überhaupt Personal zu finden", so Tuncay Sahindal. "Die Gastro blutet aus. Niemand will heutzutage noch Döner verkaufen." Nun werde ihm einer seiner besten Mitarbeiter genommen.
Kawa (18) hat Ausbildungsplatz schon in der Tasche – jetzt soll er abgeschoben werden
Auch der 18-jährige Kawa aus Syrien kämpft trotz erfolgreicher Integration und Ausbildungsplänen gegen seine Abschiebung. Seit rund einem Jahr lebt er mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester in Neustadt an der Weinstraße. Er lernte Deutsch und integrierte sich in die Gesellschaft. Doch mit seinem 18. Geburtstag erhielt er die Nachricht, dass sein Asylantrag abgelehnt wurde und er das Land verlassen müsse – obwohl er bereits eine Ausbildungsstelle als Restaurantfachmann in der Tasche hatte.
Zahl der Abschiebungen aus Deutschland gestiegen
Von Januar bis September 2025 wurden laut Bundesregierung 17.651 Menschen aus Deutschland abgeschoben. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem 14.706 Abschiebungen verzeichnet wurden, wie die "Tagesschau" berichtet.
Die meisten Abschiebungen erfolgten in die Türkei, Georgien und nach Spanien. Bei fast jeder fünften Person (3095) handelte es sich um ein Kind oder einen Jugendlichen.