Bittere Pille: SC Riessersee verliert in Lindau und sorgt sich um zwei Spieler

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Fehlten dem SCR: Mit Charles Risk (r.) und Jesse Roach (l.) blieben ab dem entscheidenden Schlussdrittel zwei defensive Schlüsselspieler in der Kabine. © Andreas Mayr

Einen gebrauchten Freitagabend hat der SC Riessersee erlebt. Erst setzte es eine vermeidbare Niederlage und nun muss er auch noch um zwei Schlüsselspieler bangen.

Mit dem Selbstvertrauen ist das so eine Sache. Mühsam erarbeitet man sich dieses mit guten Leistungen im Training und Spiel. Und freilich positiven Resultaten. Bleiben diese aus, kann das schnell zur Verunsicherung eines Teams führen. Sowohl die Lindau Islanders als auch der SC Riessersee erleben in der Oberliga gerade wahrlich keine einfache Zeit. Ihre Bilanz und Ausgangslage waren vor dem Spiel am Freitagabend deckungsgleich: Beide Eishockeyclubs konnten jeweils nur zwei der letzten sieben Begegnungen für sich entscheiden, zuletzt hagelte es eine hohe Pleite. Beide brauchen dringend Erfolgserlebnisse, um die anvisierten direkten Playoffplätze nicht aus den Augen zu verlieren. Am Ende gelang das in einem ausgeglichenen Duell nur einem Team: Mit 3:2 setzte sich Lindau in der Verlängerung durch.

Das war nicht unbedingt vorherzusehen. Gingen die Lindauer doch durchaus angeknockt in die Partie. Neben einer 6:10-Pleite im Derby gegen Memmingen mussten sie zudem auf Lukas Bender, Marvin Wucher und Robin Wucher verzichten, die sich allesamt eine Spieldauerstrafe eingehandelt hatten. So mussten mit Damian Schneider und Marvin Feigl sogar zwei eigentliche Stürmer in der Verteidigung ran, damit der Club drei Reihen stellen konnte. Ganz anders waren die Gäste aufgestellt. Mit voller Kapelle waren sie angereist, darunter neben Anselm Gerg auch Zugang Nik Armstrong-Kingcade, der rechtzeitig registriert werden konnte.

Doch je mehr Zeit verstrich, desto mehr lichteten sich auch bei den Riesserseern die Reihen. Ausgerechnet im Schlussdrittel blieben mit Jesse Roach und Charles Risk gleich zwei Schlüsselspieler in der Kabine. Für Roach ging es nach einem geblockten Schuss für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus. Risk blieb mit einem geschwollenen Sprunggelenk in der Kabine. Zu diesem Zeitpunkt stand der SCR unter Druck. Mit 1:2 lag er hinten. Nicht, weil er die schlechtere Mannschaft war, sondern weil er schlicht etwas ineffizienter agierte. Nach der Führung durch Lubor Dibelka – der Tscheche hatte wie ein 20-Jähriger seinen Gegenspieler abgehängt und den Zauberpass von Parker Colley verwertet –, nutzten die Gastgeber zwei ihrer Konter und drehten die Partie.

Die Weiß-Blauen liefen weiter an. Angeführt von einem emsigen Colley und einem bärenstarken Patrik Mühlberger stemmten sie sich gegen die Niederlage, zogen das Momentum auf ihre Seite. Und wurden tatsächlich für ein überlegenes Schlussdrittel belohnt. Alexander Höller brachte zweimal die Scheibe gefährlich vors Tor, beim dritten Versuch drückte Johannes Steinhübl diese über die Linie. Der verdiente Ausgleich! Doch der reichte nur für einen Punkt, weil die Lindauer in der Verlängerung einen weiteren ihrer brandgefährlichen Konter nutzten. Der SCR hatte gerade ein Unterzahlspiel überstanden, da verlor er im Angriff die Scheibe und dann die Angreifer aus den Augen. So zog Nicolas Strodel ungehindert los, umkurvte Mühlberger und schob zum Sieg ein. Ein vermeidbares Tor, das SCR-Trainer Hunor Marton ärgerte: „Wir wussten, dass Lindau schnell nach vorne wollte. Alle drei Treffer hat der Gegner so erzielt. Aber wir haben es nicht geschafft, hoch zu bleiben und ihn unter Druck zu setzen.“

So warten die Riesserseer weiter darauf, sich mit Erfolgserlebnissen und vielleicht sogar einer kleinen Serie das Selbstvertrauen zu holen. In Kombination mit zwei eventuellen Ausfällen in der Verteidigung könnte das bereits für Sonntag eine gefährliche Mischung bedeuten. Dann ist nämlich Aufsteiger Erding im Olympia-Eissportzentrum zu Gast. Der hat sich dank zweier Siege gegen die Top-Teams Deggendorf und Selb das Selbstvertrauen erarbeitet.