Rund 90 Fachkräfte aus dem Bildungsbereich haben bei der 8. Oberallgäuer Bildungskonferenz über den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schulen und Kitas beraten.
Oberallgäu – Rund 90 Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie sozialpädagogische Fachkräfte folgten der Einladung des Landkreises Oberallgäu zur 8. Oberallgäuer Bildungskonferenz.
Oberallgäuer Bildungskonferenz berät über KI-Einsatz in Schulen
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bildungsbüro Oberallgäu in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum Oberallgäu an der Staatlichen Berufsschule Immenstadt. Unter dem diesjährigen Schwerpunkt „Zukunft Schule: Mit KI und digitalen Angeboten Lehren, Lernen und Gestalten“ rückte ein Thema in den Mittelpunkt, das Schulen, Kitas und weitere pädagogische Einrichtungen derzeit intensiv beschäftigt: der verantwortungsvolle und sinnvolle Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Lernpsychologin Prof. Dr. Tina Seufert von der Universität Ulm eröffnete die Konferenz mit ihrer Keynote „Effektiv Lernen mit KI – die Schlüsselkompetenz der Zukunft?“.
Künstliche Intelligenz als Werkzeug
In ihrem Vortrag machte Seufert deutlich, dass KI im Bildungsbereich längst kein Zukunftsprojekt mehr ist, sondern bereits heute vielfältige Lernprozesse unterstützt. Individualisierung im Unterricht, flexible digitale Lernumgebungen und Entlastung bei der Vorbereitung seien nur einige Potenziale. Gleichzeitig warnte sie vor einem unreflektierten Einsatz: KI könne nur dann wirksam sein, wenn pädagogische Fachkräfte ihre Rolle aktiv gestalten, Systeme transparent und datenschutzkonform seien und Schülerinnen und Schüler Kompetenzen zur kritischen Nutzung erhielten. „KI ist ein Werkzeug – kein Ersatz für pädagogisches Denken“, so Seufert. Landrätin Indra Baier-Müller erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass Digitalisierung und KI nicht Selbstzweck seien, sondern dem Ziel dienen müssten, Bildung besser zu machen: „KI kann Chancen eröffnen – aber Qualität entsteht nur dort, wo Technik auf pädagogisches Augenmaß trifft. Unser Anspruch im Oberallgäu ist es, Innovation mit Verantwortung zu verbinden. Wir wollen junge Menschen befähigen, KI nicht nur zu nutzen, sondern zu verstehen und an der ein oder anderen Stelle auch kritisch zu hinterfragen.“
Workshops mit praktischer Anwendung
Sie betonte außerdem, dass der Mensch im Bildungsprozess unersetzlich bleibe – durch Empathie, Erfahrung und pädagogisches Urteil. Im Anschluss an die Vorträge und Grußworte bot ein vielseitiges Workshop-Programm den Teilnehmenden Raum zum Ausprobieren und Diskutieren. Dabei konnten die Inhalte der Keynote von Prof. Dr. Tina Seufert direkt praktisch erprobt und angewendet werden. Ob „KI zum Anfassen“, Generieren von Lernmaterialien, KIgestütztes Feedback, kreative Anwendungen oder Lernwelten mit Augmented und Virtual Reality – die Angebote zeigten eindrucksvoll, wie breit KI und digitale Werkzeuge heute bereits eingesetzt werden können. Referentinnen und Referenten aus dem Staatlichen Schulamt, dem Medienzentrum Oberallgäu sowie der Universität Augsburg sorgten mit ihren praxisnahen Formaten für lebhaften Austausch. Viele Teilnehmende nahmen konkrete Impulse und Ideen für ihren Berufsalltag mit.
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