Der Saal im „Stern“ war gut gefüllt. 130 Besucher waren wegen der anstehenden Themen gekommen, aber sicher auch, weil ihr Bürgermeister Anton Schwele zum letzten Mal den Jahresbericht vorstellte. Nach fast 30 Jahren verabschiedet er sich von seinem Amt als Bürgermeister.
Rammingen – Er hinterlässt eine solide Einkommenssituation im Gemeindehaushalt. Kämmerer Christian Schöffel nannte Zahlen: Für 2025 seien Investitionen von 2,7 Millionen Euro geplant. Bis 2012 war Rammingen schuldenfrei, heuer müssten bis zum Jahresende für 1,8 Millionen Euro Kredite aufgenommen werden. Aber dafür seien auch Werte geschaffen worden: Rathaus, Kinderhort, Sanierung der Grundschule, Straßenausbau (Beispiel Türkheimer Straße). Rammingen hat 1.654 Einwohner (Stand November 2025), bei einer Geburtenzahl von 15.
Letzte Bürgerversammlung von Bürgermeister Anton Schwele in Rammingen
72 Kinder besuchen die Grundschule, der Hort betreut 29 Schüler. Im Januar 2025 eröffnete ein Verbrauchermarkt im nördlichen Gewerbegebiet, der „hoffentlich in Zukunft noch besser laufen wird“, so Schwele.
Ein Vorzeigeprojekt ist die Ramminger Nachbarschaftshilfe „SoS – Sei ohne Sorge“. Vor neun Jahren gestartet, sind die Angebote für die Ramminger seitdem ständig erweitert worden: Von den „Sozialen Kümmerern“ über Nachbarschaftshilfe, Alltagsunterstützung bis hin zum Seniorenteam und Angeboten wie S´Kränzle und Sitztanz. Das neueste Projekt „Gut gepflegt in Rammingen“ hilft bei der Pflege zuhause, wenn ambulante Pflegedienste nicht verfügbar sind. Die Ramminger Nachbarschaftshilfe ist Pionier für das soziale Miteinander im Dorf. Sie erhielt unter anderem eine Auszeichnung vom Bayerischen Sozialministerium.
Bürgermeister Anton Schwele richtet Appell an Jüngere
Weitere Themen der Bürgerversammlung waren die problematische Straßenüberquerungskreuzung auf der alten B 18 bei Kirchdorf. „Trotz der Beschränkung auf Tempo 70 km/h nach wie vor gefährlich“, befand Schwele. Er hoffe, dass nach der Übergabe der Unterschriftenliste an Landrat Alex Eder etwas in Gang komme. Die Beseitigung des Bahnübergangs in Oberrammingen sei von der Bahn erst einmal aufs Abstellgleis geschoben worden. Probleme gebe es auch am Wörthbach. Gutachten seien wegen möglicher Überflutungsgefahren nötig und um bei weiteren Baugenehmigungen auf der sicheren Seite zu sein.
Zum Schluss der zweistündigen Versammlung bedankte sich Bürgermeister Schwele bei seinen Stellvertretern, beim Gemeinderat und bei den vielen Aktiven vor Ort: „Es hat mir immer Spaß gemacht.“ Er rief die in der Bürgerversammlung anwesenden Jüngeren auf: „Meldet euch, für die Liste im nächsten Jahr!“ Wünsche und Anträge der Bürger gab es keine.
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