Schuss vor den Bug: Deutscher Biathlet hat Olympia nach Rückschlag fest im Blick

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Muss sich erneut durchkämpfen: David Zobel wird den Weltcup-Auftakt verpassen. © Kevin Voigt

So hat sich David Zobel seinen Start in die Weltcup-Saison nicht vorgestellt. Nun muss der deutsche Biathlet sich erst einmal zurück in den Weltcup kämpfen.

Zwei Tage lang hatte David Zobel Zeit, die Entscheidung von Bundestrainer Tobias Reiter zu verkraften. Im Bus und Flieger hatte der Murnauer Biathlet viele Gelegenheiten, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Und kam zu dem Schluss: Er wird kein Fan mehr davon, dass die Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft Anfang September mit in den internen Ausscheid der Deutschen gezählt haben. „Das hat mir gestunken.“ Schließlich wäre er nur mit den Resultaten der Testwettkämpfe im schwedischen Idre Fjäll beim Weltcup-Auftakt dabei gewesen. Doch so hat Zobel sein Schicksal akzeptiert. „Die Trainer haben bei uns immer eine extrem schwierige Entscheidung zu treffen.“ Zumal er weit davon entfernt ist, jetzt den Kopf in den Schnee zu stecken. „Ich fühle mich extrem gut. Es brennt schon wieder in mir.“

Kennt er die Situation doch nur zu gut. Im vergangenen Jahr hatte sich Zobel in einem dramatischen Rennen noch seinen Startplatz gesichert, fiel dann aber nach wechselhaften Leistungen aus dem Aufgebot für den zweiten Stopp der Elite in Hochfilzen heraus. Nun hofft er auf den umgekehrten Ausgang. Denn eigentlich sieht er sich auf dem richtigen Weg. Körperlich ist er in bester Verfassung, auch das Flachland in Schweden – eigentlich nicht seine Stärke – steckte er gut weg. „Läuferisch habe ich mich super gefühlt.“

Doch bei der Schießleistung haperte es für einen Moment. Und der war entscheidend. Am ersten Tag leistete er sich stehend drei Lapsus. „Da hatte ich meine Nerven nicht im Griff“, ärgert sich Zobel. Der Athlet vom SC Partenkirchen war verkrampft und brachte diese Anspannung nicht mehr aus seinem Schießarm. Kleine Wackler, die auf diesem Niveau unverzeihlich sind. „Ich hätte einfach nochmal absetzen müssen.“ So landete er auf Rang 15. Da brachte ihm selbst Platz zwei tags darauf bei starkem Wind nichts mehr, um seine enttäuschenden Ergebnisse bei der DM (Neunter im Einzel, Zwölfter im Sprint und Achter in der Verfolgung) wettzumachen. Stattdessen gewannen Lucas Fratzscher und Simon Kaiser den internen Ausscheid, und Philipp Horn und Danilo Riethmüller wurden per Trainerentscheid nominiert. „Ist natürlich hart, aber ich habe damit gerechnet. Es war einfach extrem eng zwischen uns.“

Den „Schuss vor den Bug“ hakt Zobel ab, sucht die Fehler bei sich selbst. „Ich bin jetzt 29 Jahre alt. Da dürfen mir die Dreier nicht mehr passieren.“ Noch immer kämpft er darum, seine positiven Trainingsleistungen konstant in die Wettkämpfe zu transportieren. Die nächste Chance bietet sich nun beim IBU Cup in Obertilliach (4. bis 7. Dezember). Dort will sich Zobel wieder für die Elite empfehlen. „Mit meiner Laufleistung muss es Richtung Top-6 gehen.“ Und damit auch seine Trainer unter Druck setzen. Der Murnauer ist überzeugt: „Zeige ich gute Ergebnisse, wird es nicht lange dauern, bis ich im Weltcup dabei bin.“ Deshalb hakt er auch sein großes Ziel Olympia noch nicht ab. „Klar ist das ein riesiges Brett“, sagt er ob der Tatsache, dass nur vier deutsche Biathleten nominiert werden. „Da muss ich jetzt an einigen vorbei. Aber aufgeben werde ich auf keinen Fall.“ Egal, wie viele Rückschläge auch kommen.