Gemeinden im Landkreis Landsberg geht die Luft aus

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Kindergeld beim freiwilligen Wehrdienst 2025 gestrichen? Zinsnachzahlung für Prämiensparvertrag bei Sparkasse jetzt prüfen und beantragen! ©  IMAGO / emil umdorf

Das Murmeltier grüßt auch dieses Jahr wieder aus den Haushaltsdebatten: Im Entwurf für 2026 liegt die Kreisumlage bei 56 Prozent – eine Zahl, bei der nicht nur die Opposition Magenschmerzen bekommt.

Landkreis Landsberg – „Sparen“ heißt das Motto der diesjährigen Haushaltsdebatte. Wobei die Debatte noch nicht begonnen hat: Nach vier Stunden brach Landrat Thomas Eichinger (CSU) die Kreisausschusssitzung ab – da hatte Kreiskämmerer Thomas Markthaler gerade die Haushaltsentwurfs 2026 vorgestellt. Die Diskussion um mögliche Einsparungen und eine Senkung der Kreisumlage von aktuell eingeplant 56 Prozent steht damit erst in der Sitzung am 2. Dezember an.

Haushaltsentwurf 2026 für den Landkreis Landsberg: Einsparungen beim Personal möglich?

2023 lagen die Personalkosten des Landkreises knapp 25 Prozent über dem Durchschnitt in Bayern. Pro Einwohner fielen statt durchschnittlich 218 Euro 271 Euro an. Mit ein Grund für die Grünen-Kreisräte Renate Standfest und Martin Erdmann, hier nachzuhaken und einen möglichen Rotstift anzusetzen. Eichinger sieht aber wenig Potenzial: Der Landkreis übernehme, entsprechend der Beschlüsse in den Gremien, weitaus mehr Aufgaben selbst als andere Landkreise – beispielsweise die Abfallwirtschaft, drei Landkreisbäder oder auch die beiden Seniorenheime.

Laut Stellenplan gibt es 2026 ein Plus von 25,12 Stellen. Die Stellenmehrung liege vor allem an der Übernahme der Mitarbeitenden von Regens Wagner, betonte Eichinger. Regens Wagner hatte die Schulkantinen betrieben, die jetzt der Landkreis selbst führt. Und dafür 19,5 Mitarbeitende von Regens Wagner übernommen hat. Zudem benötige man immer mehr Personal, beispielsweise für die gestiegene Anzahl an Wohngeldanträgen: „Die Stellenmehrung ist eine Notwendigkeit, nicht unser Wunsch“, so Eichinger. Man seit Oktober freie Stellen ein halbes Jahr lang nicht nach. Er hoffe, dass 2026 ein Peak in der Personalmehrung erreicht sei.

Auf Nachfrage Peter Friedls (Grüne) Nachfrage, wie viele der im Haushalt 2025 eingeplanten Stellen nicht besetzt werden konnten, nannte Reinhold 48,96 mit Stand 30. Juni 2025. Seither habe man aber 30 davon besetzen können.

Markthaler präsentierte anschließend den Haushaltsentwurf für 2026 samt Finanzplanung bis 2029 – gerechnet mit einer Kreisumlage von 56 Prozent, einer Erhöhung um 2,75 Punkte im Vergleich zu 2025. Ein Punkt Kreisumlage entspricht dabei rund 2,2 Millionen Euro. Hauptgrund dafür ist die um knapp acht Prozent gestiegene Umlagekraft (höhere Steuereinnahmen) – ein überdurchschnittlicher Anstieg im Vergleich zu anderen bayerischen Kommunen. Eigentlich ein gutes Zeichen. Dennoch schließt der Ergebnishaushalt mit einem Minus von knapp 19 Millionen Euro – kann aber mit Rücklagen ausgeglichen werden.

Haushalt 2026 Landkreis Landsberg: Baumaßnahmen nicht komplett realisierbar

Aber auch der Finanzhaushalt ist nicht ausgeglichen, betont Markthaler. Hier klafft ein Loch von rund 14 Millionen Euro. Um das zu schließen, müsse die Kreisumlage eigentlich um weitere 6,5 Prozentpunkte angehoben werden. 2026 ist laut Haushaltsentwurf für Investitionen ein Kredit von rund 70 Millionen Euro eingeplant. Die Neuverschuldung des Landkreises steige bis 2029 auf rund 302,5 Millionen Euro.

Die Höhe dieser Kredite, deren fällige Zinszahlungen sich auch auf die Kreisumlage auswirken, kritisierte Renate Standfest. Insofern müssten auch die Investitionen geprüft werden, beispielsweise die 2026 eingestellten 33 Millionen Euro für die Erweiterung des Klinikums. Die dabei mitgeplanten Mitarbeiterwohnungen seien 2026 nicht realisierbar. Die Haushaltsabschlüsse seien real immer besser als die Haushaltsplanungen – so auch der kurz vorher festgestellte Haushalt für 2023, der 14 Millionen Euro besser abschloss als geplant. Diese Überhänge nehme man nun schon seit Jahren mit, so Standfest.

Auch Felix Bredschneijder (SPD) bat, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. „Mich lassen die Zinsen, die wir zahlen müssen, schlecht schlafen.“ Die geplanten drei neuen Projektleitungsstellen im Bauamt seien fraglich, ebenso die Stelle im Rahmen der Ökomodellregion – wobei diese Modellregion ja noch nicht einmal beschlossen sei. Und die Stelle des geplanten KI-Managers könne ein Jahr geschoben werden. Bredschneijders Antrag, die KI-Stelle 2026 zu streichen, wurde dennoch mit fünf zu acht Stimmen abgelehnt.

Appell an die Kreisräte aus den Gemeinden - Bürgermeister bittet um Mäßigung

Der Pürgener Bürgermeister Wilfried Lechler hatte vorab einen Brief an alle Kreisräte geschrieben. Sie sollten bei der Festlegung der Kreisumlagenhöhe an die Situation der Kommunen denken. „Pürgen steht nicht mit dem Rücken zur Wand.“ Aber am Beispiel Pürgen zeige sich, dass eine höhere Umlagekraft nicht unbedingt gestiegene Steuereinnahmen bedeute: Es liege an höheren Schlüsselzuweisungen, eine Finanzhilfe, die der Freistaat Gemeinden zahlt, deren Finanzbedarf höher ist als ihre Finanzkraft. Pürgen erhält 2026 mit 510.000 Euro doppelt so viel wie 2025.

Pro Punkt Kreisumlage müsse die Gemeinde rund 50.000 Euro zahlen – eine Steigerung um 2,75 Prozentpunkte bedeute somit 150.000 Euro mehr Abgaben an den Landkreis. Die Gemeinde müsse deshalb Abstriche machen, während der Landkreis freiwillige Leistungen finanziere. „Soll ich einem Sportverein den Zuschuss streichen, damit der Landkreis Entwicklungshilfe leisten kann?“, so Lechler. Der kommunalen Familie gehe es nur gut, wenn es den einzelnen Mitgliedern gut gehe. Die Räte sollten freiwillige Leistungen und Personalausgaben deshalb streng prüfen.

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