Schon 28 Tote im Land: Skiort an deutscher Grenze schlägt Hepatitis-Alarm, Klinikkapazität ausgelastet

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Die Hepatitis-A-Fälle in Tschechien nehmen zu. In diesem Jahr starben 28 Menschen. Ein Skiort warnt und weist auf Hygiene-Regeln hin.

München – Über die Pisten wedeln, den Schnee knarzen hören, in eine Hütte einkehren: So stellen sich viele Menschen den Skiurlaub vor. Krankheiten sind eher kein Gesprächsthema. Der bei Wintersportlern bekannte Ort Boží Dar, direkt an der Grenze zu Deutschland, verwies indes Anfang November auf Hygiene-Regeln, wie Händewaschen und Desinfektion. Hintergrund sind Hepatitis-A-Fälle in Tschechien – mit besonderem Augenmerk auf Karlsbad.

Oberwiesenthal liegt an der Grenze zu Tschechien, in der Nähe von Boží Dar und Karlsbad. (Symbolbild) © Hendrik Schmidt/dpa

Im Jahr 2025 infizierten sich in Tschechien bislang 2357 Menschen mit Hepatitis A. Es gab 28 Todesfälle. Das geht aus einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde des Landes am 11. November hervor. Erst Mitte des Jahres hatte das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) auf Todesfälle in Tschechien im Zusammenhang mit Hepatitis A hingewiesen. Ein Vergleich: Im Vorjahr waren 676 Menschen erkrankt und zwei gestorben.

Hepatitis-A-Fälle in Tschechien: Krankenhaus-Abteilung am Rand der Kapazität

Die Stadt Karlsbad, etwa 25 Kilometer von Boží Dar entfernt, teilte Ende Oktober mit, dass die Zahl der Hepatitis-A-Fälle in den vergangenen Wochen zugenommen habe. Am stärksten sei die Region Sokolov betroffen. Die Zeitung novinky.cz berichtet, die Abteilung für Infektionskrankheiten in Karlsbad sei fast voll. Von den insgesamt 20 Betten seien 18 belegt, heißt es.

Sachsens Gesundheitsministerien Petra Köpping gibt indes mit Hinblick auf die nahegelegenen Orte in Tschechien Entwarnung. „Eine Gefahr für die sächsische Bevölkerung besteht aus infektionsepidemiologischer Sicht derzeit nicht“, sagte ein Sprecher zur Freien Presse laut Bild. Oberwiesenthal liegt in unmittelbarer Nähe zu Boží Dar (rund fünf Kilometer).

Das Gesundheitsministerium ordnete zudem ein: „Die Presseveröffentlichungen aus Tschechien verweisen auf Schmierinfektionen, die von Personen ausgehen, die ohne festen Wohnsitz oder unter schlechten hygienischen Bedingungen leben bzw. Drogen konsumieren“, teilt das sächsische Gesundheitsministerium gegenüber Bild mit. „Die Weiterverbreitung in der übrigen Bevölkerung in Tschechien beruht wohl vor allem auf den niedrigen Impfquoten der dortigen Bevölkerung.“

Hepatitis A: Die Krankheit im Überblick

Wie die Zeitung das Robert-Koch-Institut (RKI) zitiert, gab es in Deutschland in diesem Jahr bislang 993 Hepatitis-A-Infektionen und sechs Tote. Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Bayern können folgende Symptome bei einer Infektion auftreten:

  • Gelbfärbung der Haut und Augen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Oberbauchschmerzen
  • Abgeschlagenheit

„Es ist jedoch auch möglich, dass die Infektion asymptomatisch verläuft“, so die Experten. Die Erkrankung verlaufe bei Erwachsenen häufig schwerwiegender als bei Kindern. Weiter heißt es: „Infektionen werden am häufigsten über fäkal-orale Übertragungen hervorgerufen, wie über kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände oder auch Sexualkontakt, insbesondere durch oral-analen Kontakt. Weniger häufig kommen Übertragungen über Blutkontakt vor.“ (Quellen: novinky.cz, Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Bild, Facebook, szu.gov.cz) (mbr)

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