Wer in Palma Bus oder Bahn nutzt, muss künftig mehr zahlen. Einheimische werden dagegen entlastet. Mallorca ändert sich.
Palma de Mallorca – Preisschock auf Mallorca: Touristen müssen künftig 50 Prozent mehr für Bus und Bahn zahlen. Der Stadtrat von Palma dreht an der Preisschraube – und zwar kräftig. Drei statt zwei Euro kostet eine einfache Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Einheimische fahren weiterhin kostenlos.
Die Stadtverwaltung der Inselhauptstadt hat grünes Licht für einen Vorschlag des städtischen Verkehrsunternehmens EMT gegeben. Die Preisanhebung gilt jedoch ausschließlich für Menschen ohne ersten Wohnsitz auf der Insel – betroffen sind somit hauptsächlich Urlauber und Eigentümer von Ferienhäusern.
Die Begründung der Stadtverwaltung für den Preisanstieg: Gestiegene Kosten im öffentlichen Nahverkehr. Allerdings muss der Vorschlag noch im Plenum diskutiert und offiziell beschlossen werden, bevor die Erhöhung in Kraft treten kann. Experten rechnen jedoch mit einer Zustimmung.
Es ist nicht das erste Mal, dass Touristen auf der Baleareninsel – vor Mallorca schwimmt übrigens derzeit ein fünf Meter langer Unterwasser-Riese – mit verschärften Regelungen konfrontiert werden. Seit dem 2. Dezember 2024 müssen Hoteliers, Vermieter von Ferienwohnungen und Mietwagen sowie Reisebüros eine Vielzahl persönlicher Daten der Mallorca-Urlauber erfassen. Diese neue Regelung des Innenministeriums sorgte bereits für Diskussionen.
Für die Bewohner der Insel ändert sich durch die Preisanhebung nichts. Sie haben weiterhin die Möglichkeit, die öffentlichen Verkehrsmittel in Palma kostenfrei zu nutzen. Noch offen ist die Frage, ob auch die Tarife für Fahrten zum Flughafen, die derzeit bei fünf Euro liegen, oder zum Hafen (aktuell drei Euro) angehoben werden.
Proteste gegen Massentourismus auf Mallorca – neue Regelungen für Urlauber
Die Maßnahme fügt sich in eine umfassendere Politik der Verkehrssubventionierung für Einheimische ein, die seit September 2022 in zahlreichen spanischen Regionen umgesetzt wird. Die Modelle variieren dabei von kostenlosen Monatskarten bis hin zum vollständig kostenlosen Nahverkehr, wie er in Palma angeboten wird. Die Finanzierung dieser Vergünstigungen erfolgt durch öffentliche Gelder aus Steuern, die ausschließlich von den Einheimischen entrichtet werden.
Die Preiserhöhung kommt nicht von ungefähr. Im Juni 2025 gingen erneut Tausende Menschen auf Mallorca auf die Straße, um gegen den Massentourismus zu protestieren. Die Aktivisten fordern unter anderem eine Begrenzung der Besucherzahlen. Ein erster Rückgang macht sich bemerkbar. Weil die Preise insgesamt steigen, fehlen nun allerdings zahlreichen Restaurants wichtige Einnahmen. Viele müssen schließen. Höhere Preise für Touristen sind da ein erster Schritt. Wer seit 2025 auf Mallorca Urlaub macht, musste oder muss sich auf einige Änderungen gefasst machen. Es gibt neue Benimmregeln und eine höhere Touristensteuer. (Quellen: dpa, Merkur.de) (mke)