Nach Saharastaub und Flockenwirbel: Alles nur ein Faschingsscherz?

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Novemberschnee, wie Ende 2018 in Oberding, ist vorläufig eine Glaubensfrage. © ck

Die Wetter-Kolumne: Der Erdinger Diplom-Forstwirt und Wetter-Mann Christian König befasst sich mit dem Wetter, das uns erwartet.

Wetter – Zum Einstieg kurz dies: so gut wie jeder kennt den eher zweifelhaften Ausspruch „Drei Ärzte – drei Meinungen“. Und beim Thema Wetter und seinen Vorhersageexperten sind wir bei der Meinung in der Allgemeinheit bekanntlich nicht weit davon entfernt. Da heißt es oft genug: „Die ändern auch jeden Tag ihre Vorhersagen, da kann man sich nie zu 100 Prozent drauf verlassen.“ Und in der Tat gibt es bestimmte Wetterlagen, bei denen selbst die hochgerüsteten Supercomputer samt Künstlicher Intelligenz schon beim dritten Tag im Voraus die Grätsche machen. Das Wetter ist eben nun mal ein hochkomplexes Ineinandergreifen von unglaublich vielen Faktoren, Prozessen und dynamischen Wechselwirkungen, die sich ständig weltweit ändern.

Doch genug der Rechtfertigungen – greifen wir die Realität auf, also das, was derzeit passiert. Da gab es kürzlich einen denkwürdigen Wärmeschub vor dem Wochenende, angereichert sogar mit einer Prise Saharastaub. Danach folgt nun, was in der Übergangsjahreszeit folgen muss: die eher nasskalte Klatsche, verursacht durch Luft, aus völlig entgegengesetzten Regionen im hohen Norden, wo bereits Frühwinter herrscht. Und jetzt kommt’s: Befragt man nun die üblichen Wettermodelle aus Deutschland, Europa und den USA, hat sich die Mehrheit offensichtlich entschlossen, eine mehrtägige Kälteperiode im Laufe der Woche bei uns in der Region einzuläuten. Doch die Tücke liegt wie immer im Detail. Kommt die Meereskaltluft polaren Ursprungs volle Breitseite zu uns? Oder nur vorübergehend, unterbrochen durch eingelagerte Tiefs, die auch wieder mildere Luft vom Atlantik mit einbeziehen? Oder ist der gesamte Prognose Trend zwar eine Option, erfolgt aber nur in Form eines Streifschusses – zu Deutsch: mit nur begrenzter Eintreff-Wahrscheinlichkeit?

Vereinfacht, gesagt: verkünden die Hochrechnungen nur eine theoretisch mögliche Idee oder die nackte Wahrheit? Womit sich der Kreis schließt zu obigem, doch sehr oberflächlichen Spruch zu medizinischen Diagnosen. Vermutlich läuft es auch in dieser Woche, wie es die altbewährte Binsenweisheit schon immer rät: Wir müssen schlichtweg abwarten, wie es in Wirklichkeit und ganz konkret bei uns in der Region kommt.

ck

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