In Antalya dürfen Touristen bald bestimmte Fotos nicht mehr machen. Die neue Regel sorgt besonders in der Tourismusbranche für Unruhe.
Antalya – In Antalya ist es künftig untersagt, Fotos mit Papageien, Affen oder anderen Wildtieren zu machen. Die Behörden der beliebten Urlaubsregion haben das Verbot ausgesprochen, um die Tiere zu schützen und Hinweise auf Misshandlungen ernst zu nehmen. Während Tierschützer die Entscheidung begrüßen, befürchtet die Tourismusbranche wirtschaftliche Verluste – und das in einer der meistbesuchten Ferienregionen der Türkei.
Gerade bei deutschen Urlaubern gehört die Türkei ganzjährig zu den beliebtesten Reisezielen. Nach Angaben der Reiseveranstalter TUI und DERTOUR steht das Land weiterhin ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Besonders Antalya zieht viele Touristen an – bisher waren Erinnerungsfotos mit exotischen Tieren wie Papageien, Leguanen oder kleinen Affen ein gefragtes Souvenir.
Verbot gegen kommerzielle Nutzung von Wildtieren – Tourismusbranche warnt vor Folgen
Auslöser der neuen Regelung war ein Schreiben des Kultur- und Tourismusdirektors von Antalya, Candemir Zoroğlu. Zuvor hatten sich Beschwerden über den kommerziellen Einsatz von Wildtieren gehäuft. Laut türkischer Gesetzgebung dürfen Tiere, die als wild gelten, nicht für wirtschaftliche Zwecke genutzt werden.
Die Generaldirektion für Naturschutz und Nationalparks hat nun offiziell verfügt, dass Wildtiere weder für Fotoaufnahmen noch für Film- oder Werbezwecke verwendet werden dürfen. Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, wurde das entsprechende Rundschreiben bereits an zahlreiche Hotelverbände und Tourismusunternehmen übermittelt. Ziel ist es, illegale Tierhaltung und Ausbeutung konsequent zu unterbinden.
Vertreter der Branche äußern jedoch deutliche Kritik. Halil Öztürk von der Handels- und Industriekammer Antalya (ATSO) erklärte gegenüber Hürriyet, das Verbot treffe insbesondere die ohnehin angeschlagene Fotografenbranche hart. Viele Betriebe kämpften bereits ums Überleben. Da die Türkei rund 70 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Tourismus beziehe, könne das Verbot erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. (Quelle: Hürriyet, TUI, Dertour)(cr)