Kein Loblied auf den scheidenden Bürgermeister von Schondorf kam von Bettina Hölzle, der CSU-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat. Sie warf Alexander Herrmann (Grüne) vor, zu viele Projekt angestoßen, aber nicht weiterentwickelt zu haben.
Schondorf – Bei der Nominierungsversammlung für den CSU-Kandidaten in der „Seepost“ nannte sie als Beispiel den dringend benötigten neuen Kindergarten, der erst zwei Jahre nach der Fertigstellung der Prix-Siedlung geplant wurde. Die Folge waren Mehrkosten von einer halben Million Euro für die Anmietung von Containern. Darum sei sie glücklich, mit Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann einen Kandidaten mit Kreativität und Entschlussfreudigkeit präsentieren zu können, der kein Freund von tausend Gutachten und externen Beratern sei. Was er in seiner beeindruckenden Berufslaufbahn bewiesen habe.
Dem schlossen sich nach Hofmanns Vorstellungsrede die Mitglieder des Ortsverbandes an und nominierten ihn einstimmig als ihren Kandidaten. Als Wahlleiter fungierte Helmut Müller, CSU-Vorsitzender von Hurlach und Kreisgeschäftsführer des Bundeswahlkreises Starnberg-Landsberg.
Gunther Hofmann ist in Schondorf und im Landkreis kein Unbekannter. Von 1992 bis 1996 saß er für die CSU im Kreistag und nach Differenzen mit der Partei für die Freien Wähler von 1996 bis 2002 im Gemeinderat. Trotz beruflichen Stationen in Halle/Saale und Jena blieb Schondorf sein Zweitwohnsitz, der seit Anfang dieses Jahres wieder sein endgültiges „Dahoam“ ist. Weshalb er sich jetzt wieder intensiv mit der Kommunalpolitik beschäftigt. In zwölf Jahren „Grün“ habe es Schondorf nämlich nicht geschafft, an die verdiente Poolposition der Ammersee-Gemeinden zu kommen. Er werde das Amt im Falle seiner Wahl mit gesundem Menschenverstand und flacher Hierarchie führen. Die Verwaltung müsse ihre hoheitliche Haltung ablegen und den Bürger respektvoll als „Kunden“ behandeln. Er werde Leistungsträger erkennen und „Perlen“ fördern. Das ganze Rathaus müsse sich stolz als „Team Schondorf“ präsentieren. Er hoffe, dass die jetzt siebenköpfige CSU-Fraktion zulegt und nach den Kommunalwahlen stärkste Kraft im Gremium wird. Man arbeite bereits an acht Themenblöcken, bei denen in Schondorf Handlungsbedarf bestehe. Anfang des Jahres wolle man sie bei einer öffentlichen Ortsversammlung präsentieren.
Schondorfer CSU nominiert Gunther Hofmann als Kandidat
Bettina Hölzle, die bei den letzten Kommunalwahlen knapp gegen Alexander Herrmann verloren hat, gratulierte zur Wahl und zeigte sich überzeugt, dass Hofmann alles mitbringe, was man sich für die Zukunft Schondorfs wüscht. Nämlich Kompetenz, Integrität und Gestaltungswillen. Das habe er in seiner beruflichen Laufbahn bewiesen. Andreas Böttcher, Ortsvorsitzender der Schondorfer CSU, ergänzte mit Führungserfahrung und bürgernaher Haltung. Unterstützung von weiblicher Seite versprach Silke Hohagen, die Kreisvorsitzende der CSU-Frauenunion. Rainer Jünger, Kreis- und Bezirksvorsitzender Oberbayern des Gesundheits- und pflegepolitischen CSU-Arbeitskreises, gratulierte seinem Vize in diesem Gremium zu der Kandidatur.
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Gunther Hofmann, Jahrgang 1957, hat Humanmedizin an der LMU München und Physik an der TU München studiert. Er war Oberarzt für Chirurgie an der LMU-Klinik München-Großhadern und Leitender Arzt in der Unfallklinik Murnau. Weitere Stationen als Direktor waren das Klinikum Bergmannstrost in Halle/Saale und die Universitätsklinik Jena, verbunden mit dem Lehrstuhl für Unfallchirurgie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sein Fachgebiet: Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Als er das Skalpell endgültig aus der Hand legte und nach Schondorf zurückkehrte, gewann ihn Landrat Thomas Eichinger als Mitglied im Verwaltungsrat des Klinikums Landsberg. Gunther Hofmann ist verheiratet mit Michaela, hat vier erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder.
Sein Schlusswort, wenn er die Wahl gewinnen sollte: „Kassensturz und alles anpacken und zu Ende führen, was liegen geblieben ist. Und mit neuen Ideen dazu beitragen, dass Schondorf auch künftig ein lebenswerter Ort für alle Generationen bleibt. Mit solider Gemeindeführung, nachhaltiger Entwicklung und einem offenen Ohr für alle Bürger!“
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