Peitinger Sänger verabschieden sich nach über 40 Jahren

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Die Peitinger Sänger in den 1980er Jahren: (h.v.l.): Anton Hengge, Heinrich Gruber, Manfred Heiß, Ludwig Schelle und Alfred Haslauer sowie vorne Hermann Brennauer und Gerhard Schäller. © Gerhard Heiß

Die beliebte Volksmusikgruppe gibt ihr Abschiedskonzert beim Jubiläums-Hoagart des Trachtenvereins Alpenrose in Peiting.

Alles hat seine Zeit auf dieser Welt. „A ganze Weil ham ma gsunga und gspuit und gspürt, dass a sunst alles stimmt.“ Im Sinne dieses zu den Lieblingsliedern von Elli Jahn gehörenden Abschiedsliedes sagen die Peitinger ganz leise Servus. Bei „der Elli“ haben sie einst allesamt im Singkreis der katholischen Jugend in Peiting die Freude am Gesang gefunden, den sie bis heute im Männerchor des Trachtenvereins „Alpenrose“ weiterpflegen.

Aus der seit 1972 bestehenden Verbindung des Männerchores mit dem in Glarus entstand der Wunsch nach einer eigenen Jodlergruppe. So schlossen sich 1980 Ludwig Schelle („Kaspeler-Wig“, gestorben im Oktober 2004), Manfred Heiß (gestorben im Juni 2016), Hermann Brennauer, Heinrich Gruber, Alfred Haslauer und Gerhard Schäller zu einer Gruppe zusammen, die sich im Lauf der Zeit den Namen „Peitinger Sänger“ gaben. Auf der Zither begleitete sie der unvergessene Anton Hengge, der nach schwerer Krankheit im Dezember 1996 verstarb. Seit 1991 sorgt Maria Bauer für die Begleitmusik.

Auf 45 Jahre können die Peitinger Sänger zurückblicken (v.l.): Hermann Brennauer, Gerhard Schäller, Heinrich Gruber und Alfred Haslauer mit Maria Bauer an der Zither.
Auf 45 Jahre können die Peitinger Sänger zurückblicken (v.l.): Hermann Brennauer, Gerhard Schäller, Heinrich Gruber und Alfred Haslauer mit Maria Bauer an der Zither. © Gerhard Heiß

Die Freude am Gesang ließ die Männer zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen. Sang man am Anfang nur vereinsintern bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, waren sie rasch wegen ihres vielfältigen volksmusikalischen Repertoires bei kirchlichen und weltlichen Anlässen sehr gefragt. Sei es nun bei Adventsingen, einem offiziellen Abend in Calvi, bei Volksmusiktreffen wie dem „Drum herum“ in Regen oder im Weinkeller von Karl Graf zu Castel-Rüdenhausen. Mit ihren klangvollen Stimmen vertraten die Sänger den Pfaffenwinkel bei Auftritten vom Bodensee bis Kärnten, von Westfalen bis Südtirol, in der Schweiz und Kanada.

Benefizkonzert im Fernsehen

Bei den Münchner Turmschreibern umrahmten die Peitinger Sänger ebenso eine Lesung, wie sie bei einem Edelweißabend in der Zeppelinhalle Friedrichshafen sangen oder beim Jubiläum der Romantischen Straße. Auch Auftritte im Fernsehen bei drei Benefizkonzerten des ORF und RAI in Kärnten haben die Sänger schon hinter sich.

Oft saß man nach Auftritten hinterher noch lange singend zusammen. So entstanden Freundschaften auch mit Mitgliedern des „Kiermeierchores“ des Bayerischen Rundfunks, dem „Doppelquartett Gitschtal“ aus Weißbriach in Kärnten, den „Pappenheimer Sunna-Sängern“, dem Jodelduo Leni Eberhard und Elisabeth Oswald aus Glarus sowie der „Tannheimer Tanzlmusi“. Mit der „Unteregger Stubenmusik“ ist man ohnehin durch Maria Bauer bestens vernetzt.

In Erinnerung geblieben ist die Verbindung über den großen Teich zu den „Edelweiß Dancers“ des „Austria Vancouver Clubs“. Dort wurden die Peitinger Sänger 2005 bei ihren Auftritten in Calgary, Canmore und Vancouver frenetisch gefeiert. Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre gehörten das Musizieren im Klosterhof in Polling, der Adventmarkt im Trachtenkulturzentrum Holzhausen und der Besuch bei Peter Gruber in der Provence.

Nach ihrem offiziell letzten Auftritt in Peiting am morgigen Freitagabend erklingen ihre Stimmen im Advent noch einige Male auswärts, aber dann ist endgültig Feierabend. So bleibt den vielen Volksmusikliebhabern nur noch, ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ zu sagen. Dank CD-Aufnahmen im Januar 2010 zusammen mit der „Unteregger Stubenmusik“ und den „Lechroaner Sängerinnen“ bleiben ihre Stimmen aber unvergessen.

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