In der Debatte zum Haushalt 2026 gab es von den Kreisräten viel Lob, aber auch mahnende Worte zu hören.
Michael Marksteiner (Freie Wähler/Penzberg) gratulierte Matthias Brugger als Erstes zu seinem „Meisterstück“, dabei seien die Zeiten für einen Kämmerer eigentlich denkbar schlecht. Marksteiner kritisierte, dass der Landkreis Defizite einfahre bei Aufgaben, die von oben angeschafft würden. Gerade für die Krankenhäuser, für die man Jahr für Jahr kämpfe, seien Gelder versprochen, die „bis heute nicht bezahlt wurden“. Die finanzielle Hilfe Bayerns bezeichnete Marksteiner als „kleines Trostpflaster“, da dürfe mehr kommen.
Michael Deibler (CSU/Peiting) sah den Landkreis für 2026 und auch die Folgejahre mit dem Haushalt handlungsfähig aufgestellt. Man dürfe aber die Sozialausgaben nicht aus den Augen verlieren, mahnte er.
Zum Rundumschlag gegen Bund und Land holte Karl-Heinz Grehl (Grüne/Weilheim) aus. Das Geld, das für die Kommunen zur Verfügung stehe, sei viel zu wenig. „Der Landkreis ist kolossal unterfinanziert.“ Er verteidigte die geplante Investition für ein neues Landratsamtsgebäude. Hier gehe es in erster Linie darum, einen behindertengerechten Zugang zum Bestandsgebäude zu schaffen, „die Diskussion läuft da in eine völlig falsche Richtung.“ Das unterstrich auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß.
Wasser in den Wein goss Grehl auch in Sachen der in den nächsten Jahren geplanten Schul-Großprojekte. Sowohl für das Vorhaben in Penzberg als auch für den Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums sei bislang „nichts großartig finanziert“, mahnte er. „Das sind Pflichtaufgaben, da müssen wir schauen, wie wir das hinkriegen.“ Und auch das „Raumschiff Asyl“ schwebe nach wie vor über dem Landkreis, warnte er angesichts steigender Flüchtlingszahlen aus der Ukraine. „Das wird eine gewaltige Aufgabe für den nächsten Kreistag.“
Appell für die Fuchstalbahn
Dass die Erhöhung der Kreisumlage nicht mehr zur Debatte stand, lobte Falk Sluyterman (SPD/Schongau). Die Schmerzgrenze sei bei den Kommunen bereits erreicht. Um vom Sondervermögen und neuen Förderprogrammen für Infrastrukturprojekte zu profitieren, müsse man jetzt „planen, planen, planen“. Sluyterman nutzte die Gelegenheit zudem für einen Appell an die Landrätin, sich gemeinsam mit dem Landkreis Landsberg nach der jüngst veröffentlichten positiven Potenzialanalyse für die Fuchstalbahn einzusetzen. „Die Kosten für den Landkreis sind überschaubar.“
Von einem „anspruchsvollen Haushalt“ sprach Peter Erhard (CSU/Böbing). Enthalten seien „viele Themen, die uns eigentlich nichts angehen“, kritisierte auch er. Positiv sah er die Aussicht, dass die Kreisumlage auch in den Folgejahren bei 55 Prozentpunkten bleiben könne. „Sie jetzt abzusenken, wäre kurzsichtig.“
Lob für den Haushalt kam auch von Wolfgang Taffertshofer (BfL/Obersöchering). Die Entlastung durch das Finanzpaket sei allerdings nur ein schönes großes Pflaster, „die Wunde blutet weiter“. Hier sei die Politik weiter gefordert, für Entlastung zu sorgen.
Anders sah das Manuela Vanni (Unabhängige/Peißenberg). Sie sei es satt, „dass jedes Mal geschimpft wird, von oben kommt nichts“. Man müsse vor Ort mit der Realität klarkommen, forderte sie und kritisierte, dass Schulden für den laufenden Betrieb der Krankenhäuser aufgenommen würden. Bei der Kreisumlage sah sie keinen Spielraum.
Ähnlich argumentierte Klaus Gast (CSU/Weilheim). Nach oben schimpfen, helfe nicht weiter, vielmehr müsse man sich Gedanken machen, wie man das Geld verwende, denn davon sei nicht zu wenig im Spiel, forderte er. Immerhin sei die Brücke, über die man mit dem Haushalt gehe, „stabiler“ geworden.