Die junge Schauspielerin Sophie Soller überzeugte im Stück "Ach du lieber Gott" des Ismaninger Bauerntheaters. Autorin Cornelia Willinger musste ihren Besuch absagen.
Der Sternekoch Andreas Reitmeier ist es gewohnt, immer das zu bekommen, was er will. Der Protagonist, der im Herbststück des Ismaninger Bauerntheaters von Hans-Jürgen Bayer gespielt wurde, könnte gut und gerne Mitglied des Ismaninger Ensembles sein. Die Schauspieler-Gruppe ist auch Erfolg gewöhnt und hatte nahezu durchgehend volles Haus mit dem Stück „Ach du lieber Gott“.
Eigentlich sollte den Ismaningern eine besondere Ehre zuteilwerden: Autorin Cornelia Willinger hatte ihren Besuch angekündigt. Ein Ritterschlag, wird das derzeit ganz gut in die Zeit passende Stück doch an vielen Orten im Landkreis gespielt. Für die Schauspieler Hans-Jürgen Bayer, Birgit-Weber-Thedy, Sophie Soller, Andrea Harner, Beate Attenberger, Florian Herrmann und Bert Krasselt war ihr Stück durchaus anspruchsvoll, weil es weniger Darsteller und fast nur Hauptrollen gibt. Laut Regisseur Richard Wanzinger liegt das durchaus im Trend. TV-Produktionen wie der berühmte Komödienstadel müssen sparen und das geht elegant, wenn der eine oder andere Schauspieler weniger benötigt wird. Deshalb gibt es bei neuen Büchern oftmals auch weniger Schauspieler.
Die Ismaninger hatten mit der jungen Sophie Soller diesmal eine Debütantin, die einen Riesenjob machte. Sie spielte die Tochter des Sternekochs, die sich für den Gang ins Kloster entschieden hat. In der Vergangenheit hat die junge Ismaningerin schon öfters in der Maske mitgeholfen und sie zeigte Interesse an einem Schritt ins Rampenlicht. Regisseur Wanzinger rief sie an und gab ihr gleich eine starke Rolle. „Es macht mir Spaß“, sagte sie, „und wenn der Vorhang aufgeht, ist man auch nicht nervös. Dann bist du direkt in so einem Fahrwasser drin.“
Der erfolgsverwöhnte Vater, grandios gespielt von Bauerntheater-Legende Hans-Jürgen Bayer, versuchte, seine Tochter wieder auf den für ihn richtigen Weg zurückzuholen. Dabei unterhielt er sich im Kloster auch mit der Jesus-Figur: „Du willst also mein Schwiegersohn werden.“ Der Sterne-Koch philosophiert mit seinem Personal auch über die Verköstigung von Fleisch-Freak Markus Söder oder Hubert Aiwanger („Dem reicht ein halbes Hendl“).
Das Publikum hatte Spaß ohne Ende und den hätte die Autorin des Stückes sicher auch gehabt. Cornelia Willinger musste wegen Krankheit absagen. Immerhin: Ihre fünf bestellten, aber nicht abgerufenen Karten halfen, um Ismaninger von der Warteliste glücklich zu machen.
Nach dem Theater ist vor dem Theater in Ismaning. Traditionell wird diesmal wieder zwischen Weihnachten und Heilig-Drei-König gespielt. Und dann geht ja auch direkt die ganz große Party mit dem Schäfflertanz los. Beim Ismaninger Bauerntheater wird es so schnell nicht langweilig.