"Es tut sich nichts, es gibt noch nicht mal einen Termin"

Während einige Leser die Umsetzung als längst überfällig sehen, dominiert vor allem Skepsis gegenüber der Effizienz und Zielrichtung der Regelung. Besonders viel Raum nehmen Kritik an Bürokratie, Verzögerungen beim Glasfaserausbau und Zweifel an Aussagen zur angeblichen DSL-Abschaltung ein. Andere wenden sich direkt gegen die EU oder diskutieren die Sinnhaftigkeit technischer Vorgaben und Kosten. 

Verteilung der Meinung zu "Leser-Debatte: EU-Verordnung zwischen Hoffnung, Ärger und Ironie"
Insgesamt prallen in der Kommentarspalte Optimismus, Realismus und Misstrauen aufeinander. FOCUS Online

Frust über schleppenden Glasfaserausbau

Mit einem Anteil von 22 Prozent äußern Leser massiven Ärger über die langsamen, bürokratischen und oft schlecht koordinierten Prozesse beim Glasfaserausbau. Immer wieder beklagen sie fehlende Kommunikation, ineffizientes Vorgehen und insbesondere schwierige Situationen in Kommunen und auf dem Land.

"Seit wie vielen Jahren möchte man (nun jetzt wirklich!) dafür sorgen, dass es überall in Deutschland schnelles Internet gibt? Prognose: Wir reden in 10 Jahren immer noch darüber. Aktuell legt Vodafone in unserer Straße eigene Glasfaser-Leerrohre - nachdem die Telekom vor 4 Monaten schon welche gelegt hat. Und nachdem schon letztes Jahr die Straße aufgerissen wurde, wegen Abwasserleitungs-Sanierung. Ein Wahnsinn, ein Irrsinn, nicht zu erklären."  Zum Originalkommentar

"Bis zum Februar 2026 warte ich 6 Jahre auf die deutsche Glasfaser. Leerrohre liegen seit 2 Jahren, im Haus ist alles vorbereitet. Lediglich die deutsche Glasfaser verweist auf den Subunternehmer (Bauträger) und kann keine Info geben, wann es weitergeht. Tolle digitale Welt."  Zum Originalkommentar

"Na toll, letztes Jahr war ein Glasfaser-Bautrupp im Dorf. Aber wer zu dicht am DSL-Anschlusspunkt wohnt, hat keinen Anschluss bekommen - war ja nicht Fördergebiet! Glaubt jemand, dass hier nochmal ein Bautrupp vorbeikommt?"  Zum Originalkommentar

"Mal wieder absoluter Blödsinn. Ich warte jetzt seit 1,5 Jahren auf den Glasfaseranschluss, den ich 2024 bekommen sollte. Also erst einmal muss die neue Technik überhaupt ausgebaut sein, bevor das alte abgeschaltet wird. Aber wir sind ja in Deutschland. Da kann das ja bekanntlich schon mal anders gehen."  Zum Originalkommentar

"Was soll denn dieser Unsinn: "In Deutschland setzen die meisten Haushalte noch auf klassische DSL-Anschlüsse."? Ich habe vor zwei Jahren einen Vertrag mit Giganetz unterschrieben, mit der unsere Stadt einen Gesamtvertrag geschlossen hat, und warte seitdem auf den Anschluss. Es tut sich nichts, es gibt noch nicht mal einen Termin."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber EU-Regulierung

Rund 20 Prozent der Leser stehen EU-Regelungen kritisch gegenüber. Sie sehen EU-Verordnungen als bürokratisch, undemokratisch und praxisfern – und bezweifeln, dass sie Deutschlands Internet-Infrastruktur wirklich verbessern.

"Und wieder etwas, das von der EU einfach so beschlossen wird. Demokratie!"  Zum Originalkommentar

"Ich habe immer ein Problem damit, wenn die EU eine "Lösung" schafft. Zu oft kam aus Brüssel: gut gemeint, aber lausig gemacht."  Zum Originalkommentar

"Und was genau geht die EU das jetzt an, wie wir hier Internet machen? So eine EU braucht wirklich keiner."  Zum Originalkommentar

Kritik an Berichterstattung über das DSL-Aus

Rund 15 Prozent der Leser widersprechen energisch Berichten über ein angebliches Verbot von DSL. Sie halten solche Aussagen für irreführend und bemängeln in Medienberichten eine Stimmungsmache, die Unsicherheit schürt.

""Das klassische DSL-Internet steht damit vor dem Aus." Die Aussage ist einfach mal nur falsch, nirgendwo gibt es einen Zwang zur Abschaltung von DSL, es geht um Neubauten."  Zum Originalkommentar

"Solange die Betreiber weiter DSL anbieten, wird der DSL-Anschluss weiterbestehen, es gibt nirgendwo ein Verbot von DSL, nur eine Förderung von Glasfaser, bzw. eine Bevorzugung durch öffentliches Interesse. Dieser Artikel ist 100% Clickbait und unseriös."  Zum Originalkommentar

"Deshalb wird trotzdem kein Mensch urplötzlich ohne Internet dastehen! Diese undifferenzierte Panikmache dient hier ganz offensichtlich nur dem Zweck, die geneigten Leser mit Billigstwerbung zuzudröhnen."  Zum Originalkommentar

Sorgen um rurale Regionen und fehlende Förderung

Mit zehn Prozent Anteil berichten Leser aus ländlichen Regionen von ernüchternden Erfahrungen: Sie kritisieren mangelnde Förderung, geringe Anbieter-Bereitschaft und sehen Alternativen wie Satelliten-Internet als letzte Hoffnung. Zudem vermissen sie zentrale, praktikable Lösungen.

"Wir leben auf dem Land. Glasfaser? Zukunftsmusik. Hier werden wir das nie erleben. Daher bin ich sehr froh, dass Elon Musk schnelles Internet möglich gemacht hat. Und es funktioniert sogar hier, wo nicht einmal mit LTE etwas möglich ist. Alles funktioniert dank Starlink. Die EU hat ja, wie sie die letzten Jahre gezeigt hat, die „tollsten“ Ideen."  Zum Originalkommentar

"Bei uns (dörfliche Wohngegend in Niedersachsen) können wir noch lange warten, bis wir Glasfaser bekommen. Eine Anfrage beim Landkreis, ob wir selber den Ausbau finanzieren können (durch die Nachbarschaft), wurde von der hier zuständigen EWE noch nicht mal mit einem Angebot, sondern schlicht einer Absage beantwortet. Da die öffentlichen Töpfe leer sind (Surprise, Surprise!), besteht auch keine Aussicht auf Besserung. An guten Tagen kommen 40.000 Mbit an, oft weniger. Ich habe ein Haus in Südschweden, mitten im Wald. Dort hat die Dorfgemeinschaft auf eigene Kosten Internet verlegt (mein Anteil war damals etwa 2.500 Euro), Ergebnis 500.000er Verb. mitten im Wald! Hier in Deutschland geht natürlich mal wieder gar nichts!"  Zum Originalkommentar

"Die EU-Verordnung bringt nichts, wenn es praktisch in den Kommunen nicht realisierbar ist. Für mich zählt Glasfaser zur kritischen Infrastruktur und sollte daher zentral gelöst werden. In meiner Kommune hat man vor 5 Jahren angefangen. Es wurde an einen Glasfaseranbieter vergeben, den die Bürger nicht wollten. Der nächste Anbieter ging in die Insolvenz. Der Nachfolger ist wenig engagiert zur Sache gegangen. Jetzt sollten die Bauarbeiten beginnen, aber es sind keine Tiefbauer zu finden, die an den Aufträgen interessiert wären. 5 Jahre und noch kein einziger Anschluss..."  Zum Originalkommentar

"Glasfaser ist in vielen Ländern längst Standard. Nur in Deutschland, wie man hier an den Kommentaren ablesen kann, sind die Menschen wirklich von gestern. Es liegt nicht an der Regierung, es liegt an den vielen ewig Gestrigen."  Zum Originalkommentar

Zweifel an Kosten und Bedarf für Privatkunden

Acht Prozent der Kommentare drehen sich um die Wirtschaftlichkeit von Glasfaser. Viele Leser empfinden Preise und Nutzen für Normalnutzer als nicht angemessen und bezweifeln, dass sich die Investition lohnt – zumal günstige DSL-, LTE- oder Alternativangebote häufig ausreichen.

"Deutsche Glasfaser ist teuer. 2 Jahre geht es, danach 80€/Monat. Wofür sollte man das tun, wenn alles super läuft, für viel günstiger?"  Zum Originalkommentar

"Ich kenne Leute, die sind froh, wenn ihre 16MB funktionieren. Höhere Geschwindigkeit mit DSL? Nicht daran zu denken. Glasfaser? Wo? Bei mir ist Glasfaser zwar möglich, aber nur mit teuren Beträgen. Eine Geschwindigkeit von 100MB reicht mir für alles, einschließlich HD Fernsehen. Bei Glasfaser geht es 500MB los, ausnahmsweise für kurze Zeit für Altkunden auch 250MB. Was soll ich damit? Wird nicht benötigt, muss aber bezahlt werden."  Zum Originalkommentar

"Ich brauch weder Glasfaser noch DSL. AldiTalk prepaid funktioniert ausgezeichnet in einer Fritzbox mit LTE. Wenn das nicht mehr geht, gibt es auch eine 5G-Variante. Aktuell kostet das 19,99€ für 100GB Volumen bei bis zu 150.000 b/sek. Warum sollte ich für Glasfaser mehr als das doppelte zahlen, wenn mir die Geschwindigkeit reicht?"  Zum Originalkommentar

"Es ist doch tatsächlich so! Die Telekom ist der Treiber, das DSL-Netz abzuschalten! Aus Kostengründen, wie es heißt! Aus Profitgründen müsste es eigentlich heißen! Aus doppelten Profitgründen! Es werden Glasfaserkabel verbuddelt, als wenn demnächst jeder Deutsche ein Rechenzentrum im Wohnzimmer hat oder als Spiele-Entwickler im Home-Office arbeitet!"  Zum Originalkommentar

Technische Einordnung und Alltagsnutzen

Sieben Prozent der Leser liefern sachliche Einschätzungen: Sie erklären technische Hintergründe des Glasfaserausbaus und argumentieren, dass für viele Haushalte DSL, VDSL oder mobile Lösungen vollkommen ausreichend sind.

"Ich habe schon lange Glasfaser, nur das liegt in der Straße. Im Haus sind die Leitungen immer noch aus Kupfer. Wichtig ist nur der Übergabepunkt, da Glasfaser eine größere Bandbreite hat. So lassen sich höhere Geschwindigkeiten erreichen."  Zum Originalkommentar

"Ich verstehe nicht, warum so ein Hype um Glasfaser gemacht wird, den meisten Normalverbrauchern wird DSL bzw. VDSL reichen. Ein normaler Haushalt wird mit 50 Mbit bis 250 Mbit locker auskommen, je nach Nutzung. Das wird in vielen Bereichen erreicht. Den Leuten wird suggeriert, dass sie unbedingt Glasfaser brauchen, damit sie schneller surfen können, aber dazu müssen auch die Voraussetzungen im Haushalt stimmen, also Router, Endgeräte, Verkabelung usw. Glasfaser bedeutet nicht automatisch, dass mein WLAN zu Hause schneller wird, nur weil die Leitung eine höhere Kapazität hat."  Zum Originalkommentar

"Ein stabiles DSL ist für mich ausreichend, deshalb brauche ich kein Glasfaser mit dem nötigen Umbau in Haus und Hof."  Zum Originalkommentar

Ironische Spitzen und Sarkasmus

Die übrigen 18 Prozent bündeln ironische, sarkastische und mitunter resignierte Kommentare, die insbesondere die Bürokratie, endlosen Ausbauprojekte und Regulierungswut der EU aufs Korn nehmen.

"Wann kommt endlich eine Verordnung, wie lang Fußnägel sein dürfen?"  Zum Originalkommentar

"Es geht jetzt also wieder einmal voran. Danke, EU. Alles wird ständig besser. Aber erst mal wird jahrelang gebuddelt und verlegt. Kein Problem!"  Zum Originalkommentar

"Na dann los, buddeln!"  Zum Originalkommentar

Diskutieren Sie mit: Hat der Glasfaserausbau dank EU-Verordnung endlich eine echte Chance – oder sind Verzögerungen, hohe Kosten und Bürokratie weiter das größte Problem? Wie bewerten Sie die Entwicklung Ihres Internet-Anschlusses und die zukünftige Rolle von DSL?

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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