Nach einer räuberischen Erpressung mit gefährlicher Körperverletzung in Bad Tölz müssen zwei junge Männer mit Haft und Sozialstunden rechnen. Am Landgericht München II wurde die brutale Tat nun verhandelt.
Bad Tölz – Das Landgericht München II hat zwei junge Männer aus Schliersee und Bad Tölz wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe beziehungsweise zu 100 Sozialstunden verurteilt. Das Duo hatte im Oktober 2022 mit Freunden einen Bekannten abgezogen, ihn um 1500 Euro erpresst und ihn verprügelt. Der ältere Haupttäter (25), der sich in U-Haft befindet, wurde zu 14 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Der 21-Jährige muss sich sechs Monate lang einer engmaschigen Betreuung unterstellen sowie in einer sozialen Einrichtung mitarbeiten.
Brutale Tat im Taubenloch – Täter vor Gericht
Im Oktober 2022 hatten sich die jungen Kerle zu der Tat verabredet. Sie bestellten ihr späteres Opfer gegen 20 Uhr zum Spielplatz im Tölzer Taubenloch. Weil der Mann in Begleitung und mit einer Schreckschusswaffe kam, entwaffneten sie ihn, trennten ihn von seinem Spezl und schlugen auf ihn ein. Die Täter forderten Geld, das ihnen eigentlich nicht zustand. Ursprünglich waren es 500 Euro. Sie erhöhten die Summe wegen Marihuana- und anderer Schulden auf 1500 Euro. Im Rahmen der Attacke nahmen sie ihm das Handy und seine EC-Karte ab. Es hagelte Schläge und Tritte.
Der Bursche ging zu Boden. Weil er mehrfach betonte, kein Geld zu haben, nötigten sie ihn, einen Geldgeber zu organisieren. Er rief seinen Bruder an, währenddessen gaben die Angeklagten zum Aufbau einer Drohkulisse einen Schuss aus der Pistole ab – um auch den Bruder am Telefon zu ängstigen.
Täter Drohen mit Messer und fordern Geld
Schließlich forderten sie ihr Opfer auf, in ihr Auto zu steigen. Dort zeigten sie ihm ein Messer und drohten ihm, sie würden ihm einen Finger abschneiden, sollte er das Geld nicht zusammenbringen. Schließlich ließen sie ihn wieder aussteigen und verabredeten eine Geldübergabe. Doch das Opfer vertraute sich seiner Mutter und seinem Bruder an und verständigte die Polizei.