Geflügelzüchter fürchten Stallpflicht wegen Vogelgrippe

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Geflügelzüchter im Landkreis sollen Hygienemaßnahme einhalten. © Clara Margais

Im Landkreis Weilheim-Schongau nehmen Eierproduzenten die aviäre Influenza ernst und setzen verstärkt auf Biosicherheitsmaßnahmen.

Mit Argusaugen blicken Geflügelzüchter derzeit auf die Entwicklung der Vogelgrippe, auch aviäre Influenza genannt. Wie berichtet, ist bislang noch kein Fall im Landkreis Weilheim-Schongau nachgewiesen worden. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Die Zahl der erkrankten Tiere ist in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen, hatte das Landratsamt auf Nachfrage der Heimatzeitung vermeldet. So sei das Risiko einer Ansteckung von Wildvögeln weiterhin hoch, diese könnten dann die Krankheit auch auf Geflügel und gehaltene Vögel übertragen.

Eine allgemeine Stallpflicht ist bislang aber noch nicht ausgesprochen worden. Vermutlich eine Frage der Zeit, wie Markus Schleich vom Bicklhof in Hohenbrand bei Peiting befürchtet. „Wir haben Angst“, sagt er. Dennoch sei Ausharren angesagt. „Wir warten drauf, bis wir Anweisung bekommen.“ Denn eigene Vorsichtsmaßnahmen könnten nach hinten losgehen.

Wegen Bio: Hühner müssen jeden Tag raus

Wie Schleich erklärt, könnten die Hühner nicht vorsorglich in den Stall gesperrt werden. „Dann verlieren wir unsere Biozertifizierung, da sind die Auflagen sehr streng.“ Jeden Tag müssten die Tiere nach draußen, es sei denn, das Wetter sei extrem schlecht. Außerdem tue es Schleich in der Seele weh, wenn die Tiere nicht an der Luft sein dürfen. „Sie sind gern draußen, vor allem, wenn das Wetter so schön ist.“ Sollte der Ernstfall doch eintreten, kann Schleich aber beruhigt bleiben. „Wir haben glücklicherweise einen so großen Stall, dass es nicht schlimm ist, wenn sie rein müssen. Dort haben sie genügend Platz.“

Wachsam bleibt man auch auf dem Fischerhof in Hohenfurch. „Wir verfolgen die Situation das ganze Jahr“, so Jürgen Fischer. So würden – wie auf dem Bicklhof – hier stets die Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten. Dazu gehört beispielsweise Schuhe und Kleidung zu wechseln oder zu desinfizieren. Außerdem wird in Hohenfurch in den Ausläufen kein Futter angeboten, um Wildvögel sicherheitshalber fernzuhalten. „Dort gibt es nur Gras“, so Fischer weiter. Bei der derzeitigen Witterung bleibt er aber entspannt: „Wenn die Sonne so schön scheint, überlebt das Virus nicht lang.“ Gefährlich sei laut ihm vor allem nasskaltes Wetter.

Mahnende Worte findet der Chef des Geflügel- und Milchviehbetriebs in Bezug auf den Umgang mit Tierkadavern. „Die müssen natürlich entfernt und nicht in der Gegend rumgeschleppt werden.“ Er erinnert sich dabei an das Jahr 2021, als ein liegengelassener toter Wildvogel einen Ausbruch der aviären Influenza bei einem Hobbyzüchter in Peißenberg ausgelöst hatte. Dort mussten infolgedessen alle Hühner getötet werden.

Es bleibt also nur abzuwarten. Und zu hoffen, dass die Biosicherheitsmaßnahmen Schlimmeres abwenden.

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