Nachdem der geplante Inklusionsspielplatz in Neudießen wegen der geplanten Wohnbebauung vorerst gestoppt wurde, stand erneut die Verlegung in die Seeanlagen auf der Agenda der Gemeinderatssitzung. Mit einem Ergebnis, das nicht alle Räte überzeugte.
Dießen – Denn der jetzt von Landschaftsarchitektin Monika Treiber und Bürgermeisterin Sandra Perzul favorisierte Standort auf der lang gezogenen Grünfläche zwischen der Seestraße und dem Dießener Segel-Club entspricht nicht dem ursprünglichen Wunsch des Gremiums, die Wiese westlich gegenüber des jetzigen Spielplatzes auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Dieser Vorschlag wurde wohl intern aus Rücksicht auf den jährlichen Töpfermarkt verworfen.
Neuer Inklusionsspielplatz in Dießener Seeanlagen: Mögliche Kontaminierung des geplanten Bauplatzes?
Stattdessen präsentierte Monika Treiber eine vorläufige Planung für die Grünfläche Richtung Festplatz. Mit einer Größe von 1.900 Quadratmetern biete sie attraktivere Gestaltungsmöglichkeiten als auf den nur 700 Quadratmetern gegenüber dem jetzigen Spielplatz. Gemeinderat Franz Sanktjohanser (Dießener Bürger) befürchtete zudem, die Wurzeln der dort vorhandenen Bäume könnten wegen den Fundamenten der Spielgeräte Schaden nehmen. Johann Rieß und Thomas Höring (Freie Wähler) warnten vor einer „ziemlich sicheren Kontaminierung des Untergrunds durch Reste einer früheren Müllkippe“. Franz Sanktjohanser pflichtete ihnen bei, weil man einst den gesamten Bereich östlich der Bahn so aufgefüllt habe. Damit sei hier kein natürlich gewachsener Boden vorhanden.
Bürgermeisterin Sandra Perzul und Bauamtsleiterin Johanna Schäffert verwiesen auf bereits getätigte Voruntersuchungen und auf die Aussage des Landratsamtes, das geplante Spielplatzgelände befinde sich nicht mehr im Altlasten-Kataster. Trotzdem wolle man weitere Bodenproben entnehmen. Sollte dann eine Altlastensanierung nötig sein, werde man das Thema nochmals im Gemeinderat behandeln.
Mit 16:5 Stimmen wurde das abgesegnet, ebenso der Standort auf der langgezogenen Grünfläche zwischen Seestraße und Segel-Club. Neben der weiteren Planung mit Monika Treiber wurde die Verwaltung beauftragt, alle Förderungsmöglichkeiten mit der Städtebauförderung und LEADER abzustimmen. Laut LEADER sei es möglich, den bereits vorliegenden Bewilligungsbescheid für den Spielplatz Neudießen auf die Seeanlagen „umzuswitchen“. Schließlich solle geprüft werden, ob es für die Sanierung des Wegenetzes zwischen dem bestehenden und neuen Spielplatz Fördermöglichkeiten gebe.
Weiternutzung des bestehenden Spielplatzes in Dießen: Vorsicht Kinder!
Beim Vorschlag von Monika Treiber, den bestehenden Spielplatz eingezäunt für Kleinkinder zu nutzen und den neuen für größere Kids, gab es Bedenken: Die dazwischenliegende Zufahrt zur Bootswerft Ringmaier, der Segelschule Marx sowie zum Bootshaus der Feuerwehr berge eine Gefahr beim Hin- und Herlaufen der Kinder. Ein Schild „Spielstraße“ nütze da wenig. Zudem sei die Aufsicht für Eltern mit verschieden alten Kindern schwer möglich.
Für den neuen Spielplatz stehen im Haushalt 332.500 Euro bereit. Geplant sind dafür unter anderem ein Inklusionskarussell, Wellenliegen, eine Kletteranlage mit Röhrenrutsche, eine Dreifachschaukel, Wackelplatten, Reckstangen, Slackline, Tarzanbahn und eine Calisthenicsanlage. Die bestehende Tischtennisplatte wird saniert. Dazu kommen Bänke und Tische für die Begleitpersonen.
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