Erste Lawinen donnern auf die Gletscher: Österreich-Skifahrer im Glück – „Einfach Volltrotteln“

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Diese Bilder vom Stubaier Gletscher wurden vom Lawinenwarndienst Tirol gepostet. Im Kreis sieht man zwei Skifahrer. © @guenter_ch/Lawinenwarndienst des Landes Tirol/Facebook

In den Hochlagen der Alpen herrschen bereits tief winterliche Bedingungen. In Tirol wären mehrere Skivariantenfahrer fast Opfer der ersten Lawine geworden.

Neustift im Stubaital – In den Alpen ist in den Gipfellagen der Winter eingezogen. Manche Skivariantenfahrer können es nicht erwarten und starten ihre Abenteuer im ersten Schnee der Saison. Doch dabei kam es schon zu mehreren gefährlichen Zwischenfällen wie im Tiroler Stubaital (Österreich).

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder in Höhenlagen der Alpen über 1500 Metern geschneit. Seit dem Wetterumschwung am vorhergehenden Wochenende kam oberhalb von 1300 Metern noch einmal viel Neuschnee hinzu. Auf der Zugspitze wird bereits fast ein Meter Schneehöhe gemessen. Ab 1300 Metern muss man in den Bergen mit Schnee und Glätte rechnen.

Erste Variantenskifahrer fahren von den Dreitausendern ab und bringen sich in Lebensgefahr

Der Neuschnee lockt schon die ersten Varianten-Skifahrer an, die in den Zentralalpen, wie am Stubaier Gletscher, als Erste im frischen Neuschnee ihre Bahnen ziehen wollen. Doch der Neuschnee ist tückisch, wie der Lawinenwarndienst des Landes Tirol in den sozialen Medien warnt. Este gefährliche Situationen gab es bereits am Stubaier Gletscher in Tirol.

Der Gletscher liegt in Höhen zwischen 1700 und 3200 Metern. Der Lawinenwarndienst des Landes Tirol berichtet, dass sich am Dienstag (28. Oktober) bereits mehrere Lawinenabgänge „beträchtlichen Ausmaßes“ mit Personenbeteiligung gegeben haben. Offenbar hatten Varianten-Skifahrer die Schneebretter ausgelöst. Dennoch kam offenbar niemand zu Schaden: Es wurden keine Vermisstenfälle gemeldet.

Altschnee und Neuschnee: eine tückische Mischung, die den Tod bringen kann - User ätzen

Das Problem des Neuschnees ist, dass er sich noch nicht mit dem Altschnee des vergangen Winters auf dem Gletscher verbunden hat und durch starken Wind zu Verwehungen aufgetürmt wurde. Der Lawinenwarndienst spricht von einem „kombinierten Triebschnee- und Altschneeproblem“. Weiter heißt es: „Hochalpin dürften sich erste kantige Schwachstellen gebildet haben. Vor allem in schattigen oder schwach besonnten Bereichen auf dem Gletscher.“

In den sozialen Medien ätzen die User über die ungeduldigen Varianten-Skifahrer, die die ersten Spuren im Neuschnee ziehen wollen: „Da hat‘s mal paar Krumen geschneit und schon geht‘s wieder los. Und das bei der dünnen Schneedecke da san mir meine Ski zu schad‘ für“, postet ein User bei Instagram. Ein anderer antwortet: „Altschneeproblem? Das einzige Problem, was es in den Bergen/ Natur gibt, ist der Mensch.“ Bei Facebook wird ein User sehr deutlich: „Einfach Volltrotteln... Kaum ist der erste Schnee gefallen, müssen gewisse Leute sofort ins Gelände.“

Der Wintereinbruch hat bereits auch dazu geführt, dass mehrere Pässe gesperrt sind. An der Zugspitze mussten bereits Bergretter ausrücken, weil Bergsteiger wegen des Neuschnees ihre Gondeln ins Tal verpassten. Fünf weitere Bergsteiger kamen wegen Schnee und Eis dort nicht weiter und mussten ebenfalls gerettet werden.