Die CDU-Politikerin Caroline Bosbach steht unter Verdacht: Ein ehemaliger Azubi erhebt schwere Vorwürfe. Die Ermittlungen könnten bald beginnen.
Berlin – Seit Juli wehrt sich CDU-Politikerin Caroline Bosbach gegen Vorwürfe, wonach sie Geld von einem Parteikonto angenommen haben soll. Die Staatsanwaltschaft sieht einen Anfangsverdacht, und plant Ermittlungen.
Die Behörde habe „nach eingehender rechtlicher Prüfung“ das Vorliegen eines Anfangsverdachts gegen die Politikerin „wegen Betrugs zum Nachteil der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis bejaht“, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.
Ermittlungen nach Aufhebung der Immunität Caroline Bosbach unter Verdacht
Die Staatsanwaltschaft habe ein entsprechendes Schreiben an die Präsidentin des Deutschen Bundestages – Julia Klöckner (ebenfalls CDU) geschickt. Nach Bestätigung des Eingangs müsse eine Frist von 48 Stunden abgewartet werden. Erst nach deren Ablauf und der damit verbundenen Aufhebung der Immunität sei die Staatsanwaltschaft berechtigt, Ermittlungen aufzunehmen.
„Ich bin zwar überrascht, dass jetzt doch nach fast vier Monaten förmlich ermittelt werden soll, bin aber zuversichtlich, dass das Ermittlungsverfahren nach Abschluss der Ermittlungen eingestellt wird“, teilte Bosbach der Rheinischen Post mit. Der Anwalt der 35-Jährigen ließ eine dpa-Anfrage zunächst unbeantwortet.
Betrugsvorwürfe in der CDU: Bosbach im Visier
Bereits Ende Juli veröffentlichte die CDU Rheinisch-Bergischer Kreis eine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Darin schildert die Kreispartei, am 10. Juli 2025 informierte ein ehemaliger Auszubildender den Geschäftsführer der CDU. Er behauptet laut Statement: Bosbach habe ihn im Januar 2025 gebeten, eine fingierte Rechnung über 2.500 € für Social-Media-Leistungen zu stellen, die er nicht erbracht habe.
Laut seiner Selbstanzeige vom 10. Juli 2025 hob er den Betrag ab und übergab die 2.500 € in bar an Bosbach. Bemerkenswert ist, dass bereits am 15. Juli 2025 – dem Tag der ersten Presseanfrage durch RTL/ntv – Caroline Bosbach 2.500€ an den Kreisverband mit dem Verwendungszweck „Spende/Wahlkampf“ überwies.
Wegen des erheblichen Vertrauensverlustes beendete der Kreisvorstand am 17. Juli 2025 das Ausbildungsverhältnis mit dem Azubi fristlos und forderte den Betrag zurück. Am 18. Juli 2025 übersandte der CDU-Kreisverband alle Unterlagen zur unabhängigen Prüfung an die Staatsanwaltschaft Köln. Eine eigene Strafanzeige stellte der Verband nicht. Die strafrechtliche Bewertung liege nun bei den Ermittlungsbehörden, denen der Kreisverband vollständige Kooperation zusicherte.
„Ich habe mich nicht bereichert“: Bosbach wehrt sich
Bosbach hatte bereits im Sommer Vorwürfe bestritten, wonach sie 2.500 Euro von einem CDU-Parteikonto über Umwege angenommen haben soll. „Ich habe mich nicht bereichert, und der CDU Rhein-Berg ist kein Schaden entstanden“, hatte sie in einem damals veröffentlichten Video gesagt. Der CDU-Kreisvorstand hatte beschlossen, alle Unterlagen der Staatsanwaltschaft zur Prüfung zu übergeben.
Die aus Bergisch Gladbach stammende Tochter des früheren CDU-Innenpolitikers Wolfgang Bosbach hatte bei der Bundestagswahl im Februar das Direktmandat im Rheinisch-Bergischen Kreis für die CDU gewonnen. (Quellen: dpa, CDU Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis, Rheinische Post, RTL/ntv) (kox/dpa)