Bundestrainer mit düsterer Prognose: Deutsche Gold-Hoffnung verpasst wahrscheinlich Olympia

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Victoria Carl, Medaillenhoffnung im Skilanglauf, steht vor einer Dopingsperre und könnte die Olympischen Spiele verpassen.

München – Victoria Carl, die bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking gemeinsam mit Katharina Hennig Gold im Teamsprint gewann, steht vor einer ungewissen Zukunft. Die 30-jährige Skilangläuferin, die als eine der Medaillenhoffnungen für Deutschland bei den kommenden Olympischen Spielen gilt, könnte aufgrund eines positiven Dopingtests auf Clenbuterol gesperrt werden. Der positive Test wird auf einen Hustensaft zurückgeführt, der ihr nach Saisonende bei den Militärweltspielen verschrieben wurde.

Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder.
Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler

Skilanglauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder äußerte sich besorgt über die Situation. „Ich glaube: Jedem ist klar, dass bei ihr keine Doping-Absicht dahinter steckt. Aber Fehler anderer oder Unwissenheit schützen nicht vor Strafen. Daher rechnen wir schon sehr deutlich damit, dass sie Olympia verpassen wird“, sagte Schlickenrieder bei der Einkleidung in Nürnberg.

Deutscher Ski-Star droht Olympia zu verpassen

Der Fall wird dadurch verkompliziert, dass das Medikament durch einen Truppenarzt der Bundeswehr medizinisch verordnet und verabreicht wurde. Dennoch kann auch eine fahrlässige Einnahme zu einer Sperre führen, was die Situation für Carl weiter erschwert. Schlickenrieder betont, dass der Fall kompliziert ist und sich die Entscheidung deshalb verzögert. „Ich glaube, es zieht sich so lange, weil es kein einfacher Fall ist. Aber am Ende des Tages gibt es Fakten, über die niemand hinwegspringen kann“, erklärte er.

Für Carl, die in der vergangenen Saison Zweite im Gesamtweltcup wurde, wäre ein Olympia-Aus ein herber Rückschlag. Schlickenrieder und das Team versuchen, Carl weiterhin zu motivieren, indem sie langfristige Ziele wie die Olympischen Spiele 2030 ins Auge fassen. „Wir versuchen natürlich, sie telefonisch zu motivieren oder auch dieses langfristige Ziel zu setzen – Olympia 2030, das schafft man. Und da möchte ich dich dann als Olympiasiegerin vom Acker gehen sehen“, so Schlickenrieder.

Die drohende Sperre ist nicht nur ein persönlicher Rückschlag für Carl, sondern auch ein Verlust für das deutsche Langlauf-Team, das in ihr eine der wenigen Chancen auf eine Einzelmedaille sieht. Schlickenrieder bedauert die Situation zutiefst: „Es tut mir natürlich leid für jemanden, der den Langlaufsport so liebt, so lebt wie sie.“ (smr)