Bis 2030 soll die Nordspange fertig sein. Bürger informierten sich bei einer Begehung, zu der die CSU eingeladen hatte, über die Umgehungsstraße und Bauherausforderungen.
Bad Tölz – Das Interesse war groß: Knapp 100 Bürgerinnen und Bürger folgten am Freitagabend der Einladung der Tölzer CSU zur Begehung der Nordspangentrasse. Treffpunkt war die Allgaustraße. CSU-Ortsvorsitzender Severin Eichenseher erinnerte an die lange Planungsgeschichte. Der Spatenstich war dann 2021, eher ein Showtermin vor der damaligen Bundestagswahl. Doch nun soll es wirklich losgehen. Viele Vorarbeiten sind erledigt, und das Ost-Los sei vergeben. „Wir haben eine Firma gefunden“, sagte Raphael Zuber, am Staatlichen Bauamt Weilheim Abteilungsleiter für Großprojekte. Gebaut wird als Erstes der Abschnitt von Greiling bis zur Allgaustraße.
(Übrigens: Alles aus der Region gibt's jetzt auch in unserem regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.)
Allgaustraße wird verlegt
Von Greiling aus führe die Nordspange um das Viertel an der General-Patton-Straße herum, passiere nördlich der Firma SAM kreuzungsfrei die B13 und laufe dann zwischen Lettenholz und BayWa Richtung Maxlweiher, erläuterte Bürgermeister Ingo Mehner. Wer auf die B13, zur Flinthöhe oder auch Richtung Stadt wolle, fährt über eine der Rampen nach oben in einen der beiden Kreisverkehre und werde von dort weiterverteilt.
Die Ortsbegehung startet an der Baugrenze zwischen den beiden Baulosen. Da die Nordspange die jetzige Allgaustraße abschneidet, wird Letztere verlegt. Sie wird künftig nördlich parallel zur künftigen Umgehungsstraße verlaufen. „Die Allgaustraße mündet in die marode Eichmühlstraße und wird vermutlich noch mehr als bisher zur Durchgangsstraße“, befürchtete eine Frau. Mehner glaubt das nicht. Den Abkürzer nutze man nur, wenn es sich auf der Flinthöhe zurückstaut. Genau dieses Nadelöhr umgeht die Nordspange aber. „Warum aber soll ich durch ein Wohngebiet fahren, wenn ich mit Tempo 100 auf der Nordspange unterwegs sein kann?“, fragte der Rathauschef.
Lärmschutzwand nur auf einer Seite
Wie denn der Lärmschutz aussehe, wollten einige Zuhörer wissen. Es sei eine Lärmschutzwand Richtung Lettenholz geplant, sagte Zuber. Die Höhe liegt – je nach Geländeverlauf – zwischen 3,50 und 4,75 Metern. Wie die Wand ausgestaltet werde, müsse man sehen. „Nur aus Holz bauen wir sie nicht. Das fault weg“, sagte Zuber. „Aber zur BayWa hin gibt es keinen Lärmschutz?“, fragte eine Frau. „Nein“, antwortete Mehner. Er verwies auch darauf, dass alle Planungen zur Nordspange inklusive der Lärmmessungen 2019 abgeschlossen waren. „Das wird auch nicht mehr aufgemacht.“ Ob man über Solarpaneele auf der Lärmschutzwand nachgedacht habe, wollte ein Zuhörer wissen. „Das haben wir im Hinterkopf“, sagte Zuber.
Untergrund muss für Trogbauwerk ertüchtigt werden
Generell verlaufe die Nordspange hier in einem Trogbauwerk. Da dafür der Untergrund nicht die ausreichende Stabilität hat, seien Bodenverbesserungen erforderlich, sagte Zuber. „Wo soll das ganze Wasser hin?“, fragte eine Zuhörerin. Das stehe ja jetzt schon auf der Wiese. „Das steht aber auch nicht mehr, nur weil hier eine Straße gebaut wird“, entgegnete Mehner. Auch das sei aber im Vorfeld untersucht worden, ergänzte der Bauamts-Abteilungsleiter. Nach Möglichkeit werde das Wasser direkt versickert oder über Rückhalteanlagen langsam einer Versickerung zugeführt – und zwar immer gereinigt durch eine „belebte Oberbodenzone. Es wird kein verunreinigtes Wasser ins Moor abgeführt“, so Zuber.
Rodung ist abgeschlossen
Ein Mann sorgte sich um einige große Bäume am Lettenholz. Die Rodung sei abgeschlossen, sagte Zuber. Zudem stehen die Bäume auf Privatgrund, auf den man keinen Zugriff habe. „Sie müssen keine Angst haben“, beruhigte Florian Köppl vom Staatlichen Bauamt. Beim Bau selbst gebe es zudem eine Umweltbegleitung, die prüfe, welcher Abstand zu den Bäumen eingehalten werden muss oder ob ein Schutz vonnöten ist.
Bis 2030 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein
Bis 2030 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. „Während der Bauzeit werden alle Verbindungen offen bleiben“, sagte Köppl. Zum Teil müssten Straßen, Rad- und Fußwege aber verlegt werden. Dennoch sei klar, „dass die Bauphase eine echte Herausforderung wird“, sagte Mehner. Am Ende aber „bringt die Nordspange eine große Entlastung. Es ist ein tolles Projekt für die Stadt“, ergänzte Eichenseher.