München will Olympische Spiele: Bürgermeister aus dem Landkreis freuen sich über Bewerbung

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Falls Olympia nach München kommt, könnte die schon lange geforderte und notwendige Sanierung der maroden Ruderregatta-Anlage in Oberschleißheim endlich Schwung aufnehmen. © Michalek

Sollte München den Zuschlag für die Olympischen Spiele bekommen, könnten Wettbewerbe auch an vier Austragungsorten im Landkreis stattfinden. Die Bürgermeister begrüßen die Bewerbung.

Die Münchner haben sich klar für Olympia ausgesprochen. Mehr als 60 Prozent stimmten beim Bürgerentscheid am Sonntag für eine Bewerbung um die Sommerspiele und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Auch auf den Landkreis hat es Auswirkungen, falls die Olympischen Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen werden. Mindestens vier Austragungsorte befinden sich in den Kommunen rund um München.

„Die Freude war groß, als ich von dem Ergebnis erfahren habe“, sagt Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), der ein bekennender Olympia-Befürworter ist. „Das war eine super Entscheidung. Nur schade, dass der Landkreis nicht gleich mit einbezogen wurde.“ Er sieht vor allem Vorteile. „Das ist eine Bereicherung, eine echte Chance für unsere Region.“ Im Ortsteil Hochbrück befindet sich die Olympia-Schießanlage, die für die Olympischen Spiele 1972 auf einem ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr errichtet wurde. Bis heute wird sie regelmäßig für Turniere genutzt und soll auch bei den möglichen Spielen 2036, 2040 oder 2044 erneut zum Einsatz kommen. „Die Anlage ist auf einem Top-Niveau“, so Gruchmann, der sich gerne an die letzten Spiele in Deutschland erinnert. „Als Kind war ich jeden Tag auf dem Festgelände und habe mir Autogramme von Sportlern geholt.“ Der Bürgermeister hofft, dass durch die Spiele auch die Infrastruktur verbessert wird: „Eine Verlängerung der U-Bahn zum Flughafen, das wär's.“ Doch auch dem Hotel- und Gastrogewerbe würde die Sportgroßveranstaltung zugutekommen. „Ganz Garching würde von den Olympischen Spielen profitieren.“

So sieht es auch Markus Böck (CSU), Bürgermeister von Oberschleißheim. „Es ist großartig, dass der Entscheid so ausgefallen ist. Die Olympischen Spiele sind ein Weltereignis, von dem wir als Gemeinde nur profitieren könnten, da gibt es keinen Nachteil.“ In Oberschleißheim würden wieder die Disziplinen Kanurennsport und Rudern auf der 2,23 Kilometer langen Regattastrecke ausgetragen werden. Sie wurde damals für die Olympischen Sommerspiele 1972 angelegt. „Die Anlage ist schon sehr lange renovierungsbedürftig. Eine Verbesserung wäre toll.“

Auch die Schlossanlage Schleißheim könnte ein möglicher Austragungsort werden. Hier sind die Disziplinen Bogenschießen und Para-Bogenschießen geplant. Wie sein Amtskollege Gruchmann findet Böck es schade, dass bei dem Entscheid nur die Münchner einbezogen wurden, und nicht auch die Kommunen mit Austragungsstätten.

Auch der südliche Landkreis soll Teil der Olympischen Spiele werden – und zwar zum ersten Mal. Im Uhlsportpark in Unterhaching könnten die Feldhockeybälle rollen. „Olympia 1972 hat München und der Region einen enormen Entwicklungsschub gebracht“, sagt Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD). „Diese erneute Chance sollten die Umlandgemeinden zu einem Dialog auf Augenhöhe mit der Landeshauptstadt nutzen. Unterhaching ist bereit für Olympia, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“

Ob die Olympischen Spiele tatsächlich in München stattfinden, steht allerdings noch in den Sternen. Neben München buhlen auch Berlin, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr um die Gunst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der im Herbst kommenden Jahres entscheiden will, mit welcher Stadt Deutschland ins internationale Rennen geht. Und dann gibt es noch andere internationale Bewerber wie Katar, Madrid oder Istanbul.