Mit dem gemeinsamen Kandidaten wollen SPD und Grüne bei der Karlsfelder Bürgermeisterwahl 2026 einen Politikwechsel erreichen.
Karlsfeld – Das hat es in Karlsfeld bislang noch nie gegeben: Um der CSU bei der anstehenden Kommunalwahl die Stirn bieten zu können, haben sich Karlsfelds SPD und Grüne, wie angekündigt, zusammengeschlossen und einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten nominiert. Das Ergebnis auf der Aufstellungsversammlung am Montagabend war eindeutig: Die 41 gültigen Wahlzettel waren einstimmig für Michael Fritsch, dem einzigen Bewerber.
Der 48-Jährige ist Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat und initiierte unter anderem das Klimaschutzmanagement der Gemeinde. Auch wirkte er entscheidend mit, als SPD und Grüne erfolgreich die Erstellung einer Prioritätenliste für das Gebäudemanagement beantragten. Er tritt bei der Bürgermeisterwahl gegen CSU-Kandidat Christian Bieberle und Bündnis-Kandidat Klaus Schwingeler an.
Wir gewinnen eine echte Chance, Karlsfeld besser zu machen.
Karlsfelds SPD, die aktuell aus insgesamt 68 Mitgliedern besteht, und Karlsfelds Grüne, die momentan 52 Mitglieder zählen, zeigten sich wahlkämpferisch. Wer am Montagabend in der vollbesetzten Gaststube im Gasthof zur Eiche saß, der spürte unter den Mitgliedern Begeisterung, Tatendrang, Aufbruchstimmung. Hoffnung. „Wir gewinnen eine echte Chance, Karlsfeld besser zu machen“, sagte Grünen-Fraktionssprecherin Heike Miebach.
Es gehe darum, Karlsfeld gemeinsam voranzubringen, dafür dürfe man nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander, betonte der Vorsitzende der SPD, Jiyan Göcer. „Es geht uns nicht um Parteitaktik, sondern das Beste für unsere Gemeinde. Ein Politikwechsel, den Karlsfeld dringend braucht, kann nur gemeinsam erreicht werden.“
Fritsch will Bürgern „die ganze Wahrheit“ sagen
Aus den Reihen seiner Partei gab es lobende Worte für Fritsch. Es gab aber auch Rückfragen. So sagte etwa SPD-Gemeinderätin Beate Full, die Gemeinde solle ehrlich im Umgang mit den Finanzen sein. Von Fritsch wollte sie daher wissen, ob er plane, den Bürgern „die ganze Wahrheit“ zu sagen. Fritsch versicherte, für eine transparente und langfristige Finanzplanung zu stehen. Den aktuellen Politikstil des amtierenden Bürgermeisters Stefan Kolbe, der in den Augen der Grünen und der SPD Themen häufig zu lange unter Verschluss halte und Entscheidungen erst treffe, wenn sie nicht mehr aufzuschieben seien, kritisierte Fritsch scharf. Wie er sagte, mache diese Art und Weise der Politik dem Bürgermeister zwar das Leben leicht, sei jedoch unfair gegenüber den Gemeindebürgern.
Die Botschaft des Abends war unmissverständlich: So wie bisher dürfe es in der Gemeinde Karlsfeld nicht weitergehen. „Wir müssen den Stillstand nach 18 Jahren Mangelverwaltung beheben“, sagte Michael Fritsch. Er wolle einen Wechsel im Rathaus einleiten. „Wenn ich höre, die CSU wolle so weitermachen wie bisher, dann finde ich: Karlsfeld verdient mehr!“