Wladimir Putin bewirbt Russlands neueste Waffentechnologien. Einem Ende des Ukraine-Kriegs kommt der Kreml-Chef dadurch wohl nicht näher – im Gegenteil.
Washington, D.C./Moskau – US-Präsident Donald Trump hat am Montag gelassen auf Berichte über Russlands Test einer nuklear angetriebenen Rakete reagiert. Er verwies auf die amerikanische Militärpräsenz in der Nähe russischer Gewässer. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Sonntag (26. Oktober) verkündet, dass Moskau erfolgreich seine nuklear angetriebenen Burevestnik-Marschflugkörper getestet habe und an deren möglichen Einsatz im Ukraine-Krieg arbeite. Nach russischen Angaben blieb die Rakete etwa 15 Stunden in der Luft und legte rund 14.000 Kilometer zurück, wie Ukrainska Pravda berichtet.
„Sie wissen, dass wir ein Atom-U-Boot haben, das beste der Welt, direkt vor ihrer Küste“, sagte Trump gegenüber Reportern an Bord der Air Force One während seiner Asienreise. „Es muss also nicht 8.000 Meilen (ca. 13.000 km) weit fliegen, und sie spielen keine Spiele mit uns, wir spielen auch keine Spiele mit ihnen. Wir testen ständig Raketen.“
„Nicht angemessen“: Trump reagiert auf Putins Ankündigung und fordert Ende des Ukraine-Kriegs
Trump kritisierte Putins Ankündigung scharf und forderte stattdessen ein Ende des Ukraine-Krieges. „Ich denke auch nicht, dass es angemessen ist, was Putin sagt“, fügte Trump hinzu. „Er sollte den Krieg beenden, einen Krieg, der eine Woche hätte dauern sollen und jetzt im vierten Jahr ist. Das sollte er tun, anstatt Raketen zu testen.“
Putins Ankündigung des neuen Raketentests erfolgte kurz nachdem ein geplanter Gipfel zwischen Trump und Putin gescheitert war. Das Weiße Haus verhängte daraufhin Sanktionen gegen zwei der größten russischen Ölunternehmen – einige der bislang schwersten Maßnahmen der Trump-Regierung gegen Russland.
Die Entwicklungen markieren eine Kehrtwende in Trumps Russland-Politik. Noch wenige Tage zuvor hatte der Präsident nach einem Telefonat mit Putin einen persönlichen Gipfel in Budapest angekündigt, da er von ausreichenden Fortschritten überzeugt war. Fünf Tage später war der Gipfel abgesagt und neue Sanktionen gegen Moskau – die ersten in Trumps zweiter Amtszeit – wurden verhängt.
Donald Trump sagt Budapest-Treffen mit Putin ab – „fühlte sich nicht richtig an“
In Donald Trump und in hochrangigen Beamten des Weißen Hauses wuchs wohl die Erkenntnis, dass sich Putins Haltung zur Beendigung des Krieges nicht wesentlich von ihrem letzten Treffen auf einem US-Luftwaffenstützpunkt in Alaska unterschied, berichtet der US-Sender CNN. Putins anhaltende Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine, seine Maximal-Forderungen an Kiew zur Kriegsbeendigung und seine Weigerung, einem sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen, signalisierten Trump, dass sich nichts wirklich geändert hatte.
„Es fühlte sich einfach nicht richtig an“, sagte Trump am Mittwoch. „Es fühlte sich nicht so an, als würden wir an den Punkt kommen, an den wir kommen müssen. Also habe ich es abgesagt.“ Die Kehrtwende begrüßten die europäischen Ukraine-Verbündeten – Putin bezeichnete die gescheiterten Gespräche als nicht hilfreich. Die neuen Russland-Sanktionen treffen Rosneft und Lukoil, Russlands größte Ölunternehmen. „Ich dachte einfach, es war Zeit“, sagte Trump im Weißen Haus kurz nach der Ankündigung der neuen Sanktionen. „Wir haben lange gewartet.“ Auf die Frage von Reportern, ob weitere Sanktionen kommen würden, antwortete Trump: „Das werden Sie herausfinden.“ (Quellen: Ukrainska Pravda/CNN) (sischr)