Christine Forster erhielt von der IHK eine Auszeichnung für die moderne Entwicklung ihres Familienbetriebs. Doch die Auszeichnung gebührt dem gesamten Team der Tankstelle Heigl.
Au/Hallertau – Der Name Heigl ist in Au ein fester Begriff: Verband man in früheren Jahren damit das gleichnamige Autohaus, das Kunden mit Werkstatt und Verkauf einen tollen Service bot und vielen Mitarbeitern Arbeit gab, so ist es heute die Tankstelle am Ortsausgang, die sich nach wie vor große Beliebtheit erfreut. Und das seit nunmehr 75 Jahren, weshalb Firmenchefin Christine Forster jüngst sogar von der IHK ausgezeichnet wurde. In einer kleinen Feierstunde wurde die Ehrung gewürdigt. Christine Forster hieß hierzu den IHK-Regionalbeauftragten Daniel Betz sowie ihre Mitarbeiterin an der Tankstelle willkommen, die sich zusammen mit ihrer Familie – darunter Tochter Melanie Würtele, die beiden Enkel Laurenz und Elisa sowie Gatte Dennis Geier – versammelt hatten.
Ein Rückblick auf die Firmengeschichte durfte nicht fehlen, die einst durch den Mut und Unternehmergeist des Vaters, Jakob Heigl, vor 75 Jahren begründet wurde. Zusammen mit seiner Gattin Margarethe, eine geborene Herrscher, wagten sie den Schritt zum Bau einer Werkstatt mit Tankstelle auf dem Gelände ortsauswärts in Richtung Reichertshausen. Ein Wohnhaus sowie eine Wohnung für den Werkstattleiter rundeten die baulichen Aktivitäten ab, wobei der Bereich bis dahin von Wiesen und Hopfengärten umgeben war.
Das Gebäude der Tankstelle, das noch aus der Anfangszeit stammt, jedoch in den Jahrzehnten kontinuierlich umgebaut und modernisiert worden ist, diente anfangs auch noch für die Teileannahme und als Werkstattbüro. Denn zu Beginn gab es noch den Tankwart, der für die Kunden „zapfte“ und anschließend den Zahlungsverkehr über den Geldbeutel direkt am Auto erledigte, wie sich Christine Forster erinnert. Diese Aufgabe erledigten viele Jahre die Familie Adam sowie die Lehrbuben.
Weil die Werkstatt mit Meisterbüro zu klein wurde und nicht mehr den Anforderungen eines damals zeitgemäßen Autohauses entsprach, traf Unternehmenschef Jakob Heigl eine weitere wichtige Entscheidung: neuerliche Investition in ein Firmenareal auf dem benachbarten Hopfengarten mit großer Werkstatt, Bürogebäude sowie Schauraum. Erst nach der Genesung von einer schweren Krankheit im Jahr 1966 wurden diese Pläne umgesetzt, ab 1968 begann der Bau der großen Werkstatt. Im Jahr 1970 dann der schwere Schicksalsschlag: Nach erneutem Ausbruch der Krankheit verstarb Jakob Heigl im Alter von 59 Jahren ohne die komplette Umsetzung seiner Pläne des neuen Autohauses 1971 noch selbst mitzuerleben zu können.
Während das Autohaus in der Folge die rasante Entwicklung des Marktes in den folgenden Jahrzehnten zu spüren bekam, in der Folge sogar verkauft wurde, blieb der Name Heigl stets mit dem Areal rund um die Tankstelle verbunden. Bis heute, wenngleich es auch hier stetige Veränderungen gab. So erfolgten die Vergrößerung des Dachs, die Errichtung neuer Zapfsäulen sowie der Einzug neuer Technik im Bodenbereich, um den zeitgemäßen Anforderungen zu entsprechen. Auch das Innere des Tankhäuschens erfuhr eine kontinuierliche Aufwertung mit neuem Kassensystem sowie Umwandlung des Verkaufsraums zum „Shop“. Seit 2007 bereichert auch eine LPG-Gastankstelle das Angebot, zudem wurde 2009 die bisherige Waschhalle vergrößert und technischen erneuert. Den großen Stamm an Mitarbeiterinnen, einige davon bereits seit Jahrzehnten im Team, nannte Christine Forster bei der Feierstunde als Erfolgsgarant der Tankstelle.
Lobende Worte fand auch IHK-Repräsentant Daniel Betz zur Feierstunde, dem vor allem die unternehmerische Leistung des Betriebs Heigl über 75 Jahre würdigte. Dass das familiäre Umfeld stimmt, durfte Betz am eigenen Leib erfahren, als mit Sekt, Snacks und großer, belegter „75-Jahr-Breze“ ein Dreivierteljahrhundert Unternehmergeist gefeiert wurde.